FSME Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
FSME-Impfung: Die FSME-Impfung schützt vor einer Virusinfektion, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Die Krankheit kann das Gehirn sowie die Hirnhäute betreffen und in Einzelfällen besteht das Risiko von bleibenden Schäden bis hin zum Tod.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Nein, der Erreger wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Infektion erfolgt fast immer durch den Stich einer infizierten Zecke.
Die Impfung kann grundsätzlich das ganze Jahr über erfolgen. Ideal ist es jedoch, vor Beginn der Zeckensaison im Frühling mit der Impfung zu starten.
FSME kurz erklärt
Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch bekannt als Zeckenenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit – hervorgerufen durch das FSME-Virus, das hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen wird.
Nach einem solchen gelangen Viren über das Blut ins zentrale Nervensystem, wo sie unter Umständen eine Hirnhautentzündung auslösen können. Nicht selten kommt es zusätzlich zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis).
Wie wird die Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen?
Übertragen werden die Viren hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Zecke. Je nach Aktivität und Kontaktmöglichkeiten mit Menschen tritt die Krankheit vermehrt zwischen Frühjahr und Spätherbst auf – ganz besonders aber in den warmen Sommermonaten.
Darüber hinaus kann das FSME- Virus in seltenen Fälle auch durch den Verzehr von Rohmilchprodukten infizierter Tiere übertragen werden. Allen voran Produkte aus Ziegen- oder Schafsmilch.
Gut zu wissen: Erkrankte selbst sind nicht ansteckend, können das Virus also nicht übertragen.
FSME Virus vs. Borreliose
Zecken können nicht nur FSME, sondern auch Borreliose sowie andere seltene Erkrankungen übertragen. Der Unterschied: FSME wird durch einen Virus verursacht, Borreliose durch Bakterien.
Während es gegen FSME einen Impfstoff gibt, der vorbeugenden Schutz bietet, kann gegen Borreliose nicht geimpft werden. Stattdessen erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika.
Verbreitung und Häufigkeit der Viruserkrankung
Tatsächlich führt nicht jeder Stich durch eine infizierte Zecke auch zur Infektion mit der Viruserkrankung. Das liegt vor allem an der hohen Impfrate. Dennoch ist eine Immunisierung durchaus sinnvoll – besonders in Anbetracht dessen, dass Österreich zu den am stärksten von der FSME betroffenen Ländern in Zentraleuropa zählt.
Krankheitsverlauf und mögliche Folgen
Der Krankheitsverlauf lässt sich grob in drei Phasen unterteilen, beginnend mit einer ersten Krankheitsphase, gefolgt von einer beschwerdefreien Phase und schließlich dem Befall des zentralen Nervensystems.
Die erste Phase beginnt in der Regel 3 bis 28 Tage nach dem Zeckenstich, im Durchschnitt 8 Tage danach. Dabei kommt es zu grippeartigen Symptomen wie Erbrechen und Fieber. Die beschwerdefreie Phase dauert etwa eine Woche.
Anschließend kann es zu einem weiteren Befall des zentralen Nervensystems – verbunden mit Kopfschmerzen, Schwindel und weiteren Symptomen – kommen. In etwa 1 Prozent der Fälle mit neurologischen Beschwerden führt die Infektion zum Tod.
Welche Symptome gibt es beim FSME-Virus?
Eine Erkrankung beginnt meist mit unspezifischen Symptomen – ähnlich einer Grippe –, die nach wenigen Tagen wieder abklingen. Dazu gehören Erbrechen, Schwindelgefühl und Fieber. Nach einer kurzen beschwerdefreien Phase kann es bei einem Teil der Erkrankten jedoch zu einer zweiten Krankheitsphase kommen, mit folgenden Symptomen:
Fieber
Kopfschmerzen und Lichtscheue
Schwindel
Übelkeit und Erbrechen
Konzentrationsstörungen
Ausfälle des Nervensystems
In ernsten Fällen können auch Lähmungen von Armen und Beinen sowie Schluck- und Sprechstörungen auftreten, die mehrere Wochen oder sogar Monate anhalten. Es kann darüber hinaus zu bleibenden Schäden und Behinderungen kommen.
Vorbeugung und Schutz durch die Impfung gegen FSME
Die Impfung gegen FSME ist eine sichere und wirksame Methode zur Vorbeugung einer Infektion. Sie bietet Schutz gegen alle bekannten Subtypen des Virus. Das Nationale Impfgremium empfiehlt den Impfschutz für alle in Österreich lebenden Personen, denn kein Bundesland ist FSME-frei.
Die Grundimmunisierung erfolgt immer vor der Zeckensaison – also im Jänner oder Februar – mit drei Impfungen. Versäumnis oder längere Impfabstände machen eine Nachholung mit Einzeldosis (nach mindestens zwei Impfungen) notwendig. Liegt eine Grundimmunisierung vor, muss sie nicht wiederholt werden.
Impfschema gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis
Die Impfung gegen FSME ist laut Impfplan Österreich nach dem ersten Lebensjahr möglich. Für die Grundimmunisierung benötigt es drei Dosen des Impfstoffs. Geimpft wird nach folgendem Impfschema:
1. Impfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr
2. Impfung 1-3 Monate nach der 1. Impfung
3. Impfung 5-12 oder 9-12 Monate nach der 2. Impfung (abhängig vom Impfstoff)
Eine erste Auffrischungsimpfung findet drei Jahre im Anschluss an die Grundimmunisierung statt und weitere Auffrischungen sind alle fünf Jahre vorgesehen.
Die FSME-Impfung ist nicht im kostenfreien Impfprogramm für Kinder enthalten und muss somit selbst bezahlt werden. Doch sie bietet wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und bleibenden Schäden. Für weitere Informationen und eine ausführliche Beratung können sich Eltern jederzeit bei uns in der Ordination Glückskind melden.
Empfehlungen zur FSME-Impfung für Erwachsene
Auch für Erwachsene jeden Alters ist die FSME-Impfung in Österreich sehr empfehlenswert. Die Grundimmunisierung besteht auch hier aus drei Impfungen, die in bestimmten Abständen verabreicht werden. Der Schutz beginnt etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung und liegt bei nahezu 100 Prozent.
Grundimmunisierung im Überblick:
1. Impfung: jederzeit möglich
2. Impfung: etwa 4 Wochen nach der ersten
3. Impfung: 5-12 oder 9-12 Monate nach der zweiten (je nach Impfstoff)
Die erste Auffrischung erfolgt drei Jahre nach der dritten Impfung. Danach sind regelmäßige Auffrischungen wichtig, abhängig von der Altersgruppe:
alle 5 Jahre bis zum 60. Lebensjahr
alle 3 Jahre ab dem 60. Lebensjahr
Bei Bedarf ist auch ein Schnell-Impfschema mit kürzeren Abständen möglich.
Weitere Maßnahmen zum Schutz gegen Zeckenstiche
Neben der Zeckenimpfung gibt es weitere Maßnahmen, die vor Zeckenstichen schützen können. Darunter die richtige Kleidung in risikoreichen Umgebungen, Zeckenschutzmittel sowie das regelmäßige Untersuchen des Körpers auf Zecken.
Zecken halten sich besonders häufig in Wäldern, hohem Gras, Gebüsch und im Laub auf. Dort warten sie auf Menschen oder Tiere, um Blut zu saugen. Beim Stich können sie verschiedene Krankheitserreger übertragen.
Beim Aufenthalt in der Natur empfiehlt sich daher geschlossene Kleidung, etwa lange Hosen, feste Schuhe und lange Ärmel. Helle Kleidung ist besonders praktisch, weil sich Zecken darauf leichter erkennen lassen. Zusätzlich können Zeckenschutzmittel für die Haut sowie Insektizide für Kleidung verwendet werden.
Nach einem Spaziergang im Wald oder im hohen Gras sollten Körper und Kleidung gründlich auf Zecken untersucht werden. Auch Haustiere wie Hunde oder Katzen können Zecken nach Hause bringen und sollten kontrolliert werden. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst rasch und vorsichtig entfernt werden.
So werden Zecken richtig entfernt
Wenn eine Zecke entdeckt wird, gilt es, sie möglichst rasch zu entfernen. Am besten gelingt das mit einer feinen Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange. Wichtig ist, ruhig und vorsichtig vorzugehen.
Zecke mit einer Pinzette so nah wie möglich an der Haut greifen.
Die Zecke langsam und gerade herausziehen, ohne sie zu quetschen.
Danach die Einstichstelle mit einem Hautdesinfektionsmittel reinigen.
Wichtig: Zecken sollten niemals abgebrannt oder mit Öl behandelt werden, da dies zu Verletzungen führen kann. Sitzt die Zecke an empfindlichen Stellen wie Augenlidern oder im Genitalbereich, sollte sie ärztlich entfernt werden.
Häufige Fragen und Antworten
Ist Österreich ein FSME-Risikogebiet?
Ja, Österreich gilt als FSME-Risikogebiet. Das Virus kommt in allen Bundesländern vor, es gibt also keine komplett FSME-freien Regionen. Zecken können die Krankheit beim Stich auf Menschen übertragen.
Trotz hoher Durchimpfungsraten von über 80 Prozent werden jedes Jahr FSME-Erkrankungen gemeldet. Zwischen 2010 und 2020 gab es in Österreich mehr als 1.200 bestätigte Fälle und 21 Todesfälle.
Deshalb wird die FSME-Impfung für alle in Österreich lebenden Personen sowie für Reisende empfohlen, die sich in der Natur aufhalten. Besonders wichtig ist der Schutz für Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen.
Was kostet der FSME-Impfstoff in Österreich?
Der FSME-Impfstoff muss in Österreich in der Regel selbst bezahlt werden. Der Preis für eine Impfdosis liegt meist bei etwa 40 bis 50 Euro.
Im Rahmen von Impfaktionen gibt es jedoch regelmäßig Kostenzuschüsse der Krankenkasse, die direkt beim Kauf oder im Nachhinein erstattet werden.
Wie oft muss man sich gegen FSME impfen lassen?
Für einen vollständigen Schutz gegen FSME sind zunächst drei Impfungen nötig. Die zweite Impfung erfolgt bei Kindern 1 bis 3 Monate nach der ersten, die dritte in der Regel 5 bis 12 Monate später – je nach Impfstoff.
Nach der Grundimmunisierung ist eine Auffrischung wichtig, damit der Schutz bestehen bleibt. Die erste Auffrischungsimpfung wird drei Jahre nach der dritten Impfung empfohlen. Danach sollten sich Personen bis zum 60. Lebensjahr alle fünf Jahre impfen lassen und ab 60 Jahren alle drei Jahre.