HPV-Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
HPV-Impfung: Die HPV-Impfung schützt Kinder frühzeitig und wirksam vor Infektionen mit humanen Papillomaviren, die später im Leben Krebsvorstufen und verschiedene Krebsarten verursachen können. In Österreich wird die Impfung ab dem 9. Lebensjahr empfohlen, idealerweise zwischen 9 und 11 Jahren, um den bestmöglichen Schutz noch vor einem möglichen Kontakt mit HPV aufzubauen.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Was ist HPV (humane Papillomaviren)?
Humane Papillomaviren (HPV) befallen vor allem Haut und Schleimhäute und vermehren sich in den betroffenen Zellen. Insgesamt sind mehr als 200 verschiedene HPV-Typen bekannt, die sehr unterschiedliche Auswirkungen haben können. Nach heutigem Wissensstand gelten mindestens 14 dieser Typen als onkogen. Das bedeutet, dass sie Zellveränderungen auslösen können, aus denen sich über längere Zeit Krebsvorstufen oder Krebs entwickeln.
Übertragung von HPV
HPV wird vor allem durch engen Haut- und Schleimhautkontakt übertragen und zählt damit zu den sexuell übertragbaren Viren. Eine Ansteckung passiert meist bei intimen Kontakten, etwa beim vaginalen, analen oder oralen Kontakt. Kondome senken zwar das Risiko, können eine Übertragung aber nicht vollständig verhindern, da HPV auch über Hautareale weitergegeben wird, die nicht bedeckt sind.
Typische Übertragungswege sind:
- vaginaler Geschlechtsverkehr
- analer Geschlechtsverkehr
- oraler Kontakt
- enger, intimer Hautkontakt, auch ohne eigentlichen Geschlechtsverkehr
Bereits kurzer Kontakt reicht aus, um das Virus von Mensch zu Mensch weiterzugeben. Wirksam ist der Impfschutz vor allem, wenn zuvor noch kein HPV-Kontakt bestand. Die Vorsorge beginnt daher in der Regel im Kindesalter.
Symptome von HPV
Eine Infektion mit HPV verläuft in den meisten Fällen ohne sichtbare Symptome. Viele Betroffene merken daher nicht, dass sie infiziert sind, und das Virus bleibt oft über lange Zeit unentdeckt. Trotz fehlender Beschwerden kann HPV jedoch im Hintergrund Veränderungen an den Zellen verursachen. Offensichtliche Symptome von HPV sind Genitalwarzen, die sich als kleine Hautveränderungen im Intimbereich zeigen.
Infektionsrisiko und Krankheitsverlauf
Das Infektionsrisiko mit HPV ist sehr hoch: Rund 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens laut Sozialministerium.gv.at mindestens einmal mit humanen Papillomaviren. In vielen Fällen beseitigt das Immunsystem das Virus innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst. Bleibt die Infektion jedoch bestehen, kann es zu krankhaften Veränderungen der Zellen kommen.
Je nach HPV-Typ und Verlauf sind unterschiedliche gesundheitliche Folgen möglich. Besonders die sogenannten Hochrisiko-HPV-Typen können Krebsvorstufen und Krebs verursachen. Mögliche Krankheitsverläufe sind unter anderem:
- Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs, der am häufigsten HPV-bedingt ist,
- Auftreten von Genitalwarzen, verursacht durch bestimmte HPV-Typen,
- Entstehung weiterer Krebsformen, darunter Anal-, Penis-, Vaginal-, Vulva- und Rachenkrebs.
Impfung gegen HPV: Davor schützt sie
Die HPV-Impfung schützt gezielt vor jenen HPV-Typen, die für den Großteil der HPV-bedingten Erkrankungen verantwortlich sind. In Österreich wird dafür der 9-fache HPV-Impfstoff empfohlen.
Laut gesundheit.gv.at deckt dieser Impfstoff neun HPV-Typen ab, die gemeinsam für rund 90 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen verantwortlich sind.
Empfohlenes Alter für die HPV-Impfung
In Österreich wird die HPV-Impfung ab dem vollendeten 9. Lebensjahr empfohlen. Der ideale Zeitpunkt liegt zwischen 9 und 11 Jahren, da das Immunsystem in diesem Alter besonders gut auf die Impfung anspricht.
Gerade bei Kindern zeigt die HPV-Impfung ihren größten Nutzen. In diesem Alter reagiert das Immunsystem besonders gut auf die Impfung, und der Schutz kann aufgebaut werden, lange bevor überhaupt ein Infektionsrisiko besteht. Aus diesem Grund ist die HPV-Impfung in Österreich Teil der allgemein empfohlenen Impfungen und wird auch im Rahmen von Schulimpfungen angeboten.
Wichtig in diesem Zusammenhang:
- Die frühe Impfung führt zu einer besonders starken Immunantwort.
- Der Schutz besteht bereits vor dem ersten möglichen Kontakt mit HPV.
- HPV-Impfung ist fester Bestandteil des österreichischen Impfprogramms.
- Die Impfung ist häufig auch direkt über Schulimpfaktionen möglich.
Ablauf der HPV-Impfung
Die HPV-Impfung ist in Österreich Teil des kostenfreien Impfprogramms für Kinder und Jugendliche vom vollendeten 9. bis zum 21. Geburtstag. Für junge Erwachsene zwischen dem 21. und dem 30. Geburtstag bestand eine zeitlich befristete Nachholaktion: Voraussetzung dafür war, dass die erste HPV-Impfung bis spätestens 31. Dezember 2025 verabreicht wurde. In diesem Fall kann die zweite Dosis noch bis zum 30. Juni 2026 kostenlos abgeschlossen werden.
Die Impfungen werden von niedergelassenen Kinder-, Haus- und Fachärzten, an öffentlichen Impfstellen (zum Beispiel Magistrate oder Bezirkshauptmannschaften) sowie im Rahmen von Schulimpfungen durchgeführt. Vor jeder Impfung erfolgt eine ärztliche Aufklärung und Beratung.
Das 2-Dosen-Schema ist das empfohlene Standardschema für die HPV-Impfung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen:
1. Dosis: Die erste Impfung kann Kindern ab dem 9. Geburtstag verabreicht werden. Sie zielt darauf ab, das Immunsystem auf die HPV-Typen vorzubereiten. Der Körper bildet daraufhin Antikörper, die bei einem späteren Kontakt mit dem Virus sofort reagieren können.
2. Dosis: Die zweite Impfung erfolgt nach frühestens sechs Monaten, idealerweise innerhalb eines Zeitraums von sechs bis zwölf Monaten nach der ersten Dosis.
Info: Wird die zweite Dosis zu früh, also vor Ablauf von fünf Monaten, verabreicht, reicht die Immunantwort nicht aus. In diesem Fall ist eine dritte Impfung notwendig, um einen vollständigen Schutz sicherzustellen.
Impfförderung für Erwachsene: Das gilt 2026
Für Erwachsene ab dem 30. Geburtstag gilt ab 2026: Die HPV-Impfung bleibt medizinisch sinnvoll und empfohlen, ist jedoch nicht mehr kostenlos und muss in der Regel selbst bezahlt werden. Das betrifft Personen, die bisher keine oder keine vollständige HPV-Impfung erhalten haben. Für Personen ab dem vollendeten 30. Lebensjahr wird laut Impfempfehlung in der Regel ein 3-Dosen-Schema angewendet. Die zweite Dosis erfolgt etwa zwei Monate nach der ersten, die dritte sechs bis acht Monate später.
Häufige Fragen und Antworten
Für wen ist eine HPV-Impfung sinnvoll?
Eine HPV-Impfung ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sinnvoll, da sich die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mit HPV infizieren. Sie schützt vor den häufigsten HPV-Typen, die Krebsvorstufen, Krebs und Genitalwarzen verursachen können. Empfohlen ist die Impfung für Mädchen und Buben bzw. Frauen und Männer.
Was ist HPV einfach erklärt?
HPV steht für humane Papillomaviren. Das sind Viren, die über engen Haut- und Schleimhautkontakt wie Geschlechtsverkehr übertragen werden.
Warum sollte ich mein Kind gegen HPV impfen lassen?
Die HPV-Impfung schützt am besten, wenn sie vor dem ersten möglichen Kontakt mit HPV erfolgt. Im Kindesalter baut das Immunsystem einen besonders starken und langanhaltenden Schutz auf. So lässt sich die Gefahr einer HPV-bedingten Krebserkrankung im späteren Leben minimieren.