Meningokokken Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
- Letztes Update: 24.08.2026
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Was sind Meningokokken?
Bei Meningokokken handelt es sich um ein Bakterium, das sich im menschlichen Nasen-Rachen-Raum ansiedelt und dort vermehrt. Es kann schwere Erkrankungen auslösen und teilweise sogar zum Tod führen.
Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion. Also beispielweise durch Husten, Niesen oder das gemeinsame Benutzen von Gläsern. Die Inkubationszeit liegt zwischen einem und zehn Tagen, meist aber unter vier Tagen. Zwischen Übertragung des Erregers und Auftreten der ersten Symptome können also mehrere Tage liegen.
Besonders kritisch ist, dass Meningokokken-Infektionen zügig verlaufen können. Der Gesundheitszustand kann sich innerhalb nur weniger Stunden drastisch verschlechtern.
Besonders leicht verbreitet sich der Erreger, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, z.B. in Schulen, Kindergärten oder bei Veranstaltungen. Am häufigsten tritt eine Erkrankung bei Kleinkindern im ersten Lebensjahr oder bei Jugendlichen auf.
Die Bakterien lassen sich in etwa 20 Gruppen einteilen, sogenannte Serogruppen. Besonders relevant für Krankheitsausbrüche sind die Serogruppen A, B, C, W und Y. In Österreich sind laut Sozialministerium vor allem Meningokokken der Gruppe B verbreitet.
Warum ist eine Impfung gegen Meningokokken wichtig für Kinder?
Eine Impfung gegen Meningokokken ist für Kinder besonders wichtig, weil sie vor schweren, potenziell tödlichen Erkrankungen schützt. Gleichzeitig hilft sie dabei, die Ausbreitung dieser ansteckenden Krankheit einzudämmen, und trägt somit aktiv zur öffentlichen Gesundheit bei.
Das kindliche Immunsystem ist noch nicht vollständig ausgereift. Entsprechend sind Säuglinge und Kleinkinder von einer Meningokokken-Infektion und daraus resultierenden Krankheiten besonders gefährdet.
Die Sterblichkeitsrate bei einer Blutvergiftung, die durch Meningokokken verursacht wurde, liegt bei rund 30 Prozent. Und auch bei erfolgreicher Behandlung kann es unter anderem zu folgenden bleibenden Schäden kommen:
Neurologische und Entwicklungsstörungen
Hörverlust
Verlust von Körperteilen
Großflächige Narbenbildung
Chronische Schmerzen
Welche Meningokokken Impfstoffe gibt es?
In Österreich kommen hauptsächlich zwei verschiedene Impfstoffe gegen Meningokokken zum Einsatz: Bexsero und Trumenba. Beide schützen vor Meningokokken der Gruppe B, unterscheiden sich jedoch in ihrem Aufbau und der Art, wie das Immunsystem auf sie reagiert:
Bexsero wird vor allem für Säuglinge und Kleinkinder empfohlen.
Trumenba hingegen ist in erster Linie für Jugendliche und junge Erwachsene geeignet – etwa vor einem Auslandsaufenthalt oder bei erhöhtem Risiko.
Je nach Impfstoff variieren auch der Zeitpunkt der Verabreichung und das Impfschema. Baxsero wird bei Säuglingen meist ab dem dritten Lebensmonat verabreicht, Trumenba hingegen ab dem 10. Lebensjahr. Auch die Anzahl der Dosen sowie die zeitlichen Abstände dazwischen unterscheiden sich.
Der Impfstoff, der für die Grundimmunisierung gewählt wurde, muss auch für die weitere Behandlung verwendet werden. Die Impfstoffe sind also nicht austauschbar.
Nachstehend haben wir einmal aufgeführt, wie speziell bei Kleinkindern gemäß österreichischem Impfplan geimpft werden sollte (Immunisierung mit Bexsero):
| Alter bei Erstimpfung | Grundimmunisierung | Weitere Impfung gegen Meningokokken |
|---|---|---|
| Säuglinge, 2–5 Monate | 2 Dosen à 0,5 ml im Abstand von 2 Monaten | Eine Dosis im Alter von 12–15 Monaten, min. 6 Monate nach 2. Dosis, spätestens jedoch im Alter von 24 Monaten |
| 6–11 Monate | 2 Dosen à 0,5 ml im Abstand von 2 Monaten | Eine Dosis im 2. Lebensjahr, min. 2 Monate nach 2. Dosis |
| 12–23 Monate | 2 Dosen à 0,5 ml im Abstand von 2 Monaten | Eine Dosis min. 12–23 Monate nach 2. Dosis |
| Ab 2 Jahren | 2 Dosen à 0,5 ml im Abstand von 1 Monat | - |
Quelle: Impfplan Österreich 2024/2025
Derzeit gibt es keine systematische Empfehlung für Auffrischungen, außer bei besonderer Risikolage (z. B. Immundefekte).
Der Impfstoff Trumenba ist ab dem vollendeten 10. Lebensjahr zugelassen. Empfohlen sind zwei Dosen à 0,5 ml im Abstand von 6 Monaten.
Empfehlungen des österreichischen Impfplans
Der österreichische Impfplan empfiehlt Impfungen gegen verschiedene Meningokokken-Gruppen. So soll schweren Erkrankungen wie Meningitis oder Sepsis vorgebeugt werden. Dabei wird zwischen Meningokokken B, Meningokokken C sowie Meningokokken A, C, W und Y unterschieden.
Nicht alle Impfungen sind Teil des kostenfreien Impfprogramms, werden aber dringend empfohlen. Hier die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:
Meningokokken der Gruppe B: Frühestmöglich ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Nachholimpfung bis zum 25. Lebensjahr möglich. Bei Risikopersonen Wiederholungsimpfung alle 5 Jahre.
Meningokokken der Gruppe C: Einmalige Impfung möglichst früh im 13. Lebensmonat empfohlen. Auffrischungsimpfung bis zum vollendeten 10. Lebensjahr.
Meningokokken der Gruppe A, C, W und Y: Einmalige Impfung im Alter von 13 bis 15 Monaten mit einem konjugierten Vierfach-Impfstoff (z. B. Nimenrix®, Menveo®) empfohlen. Nachholimpfung bis zum vollendeten 10. Lebensjahr, wenn die Impfung im Kleinkindalter versäumt wurde. Kostenfrei für alle Jugendlichen im Alter von 10 bis 13 Jahren im Rahmen des österreichischen Impfprogramms. Vierfach-Impfung zwischen dem 10. und 13. Lebensjahr empfohlen. Einsatz auch bei Kleinkindern möglich, z.B. vor Reisen in Risikogebiete.
Wichtige Informationen zu Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Impfungen gegen Meningokokken gelten grundsätzlich als gut verträglich. Wie bei allen Impfungen kann es jedoch auch zu Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen Kopfschmerzen, Fieber und Müdigkeit.
Die Beschwerden sind in der Regel harmlos und klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Eine besondere Behandlung ist meist nicht nötig. Sie zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert – ein Zeichen der gewünschten Immunantwort.
Wichtig: Das Ausbleiben von Nebenwirkungen bedeutet nicht, dass die Impfung nicht wirkt!
Häufige Nebenwirkungen nach der Impfung gegen Meningokokken:
Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Impfstelle
Kopfschmerzen und Gliederschmerzen
Erhöhte Temperatur oder Fieber
Mattigkeit und Müdigkeit
Übelkeit und Erbrechen
Unwohlsein
Ablauf der Impfung gegen Meningokokken in unserer Ordination
Nach dem ärztlichen Aufklärungsgespräch, einem Gesundheitscheck und der Einwilligung erfolgt die Impfung gegen Meningokokken meist durch eine Injektion in den Oberarm oder Oberschenkel. Dabei handelt es sich in der Regel um eine aktive Immunisierung.
Aktive Immunisierung: Abgetötete oder abgeschwächte Bakterien werden verabreicht, sodass der Körper Abwehrstoffe bildet und das Immunsystem schneller gegen das Bakterium ankämpfen kann, sobald es wieder in Kontakt damit kommt.
Nach der Impfung sollte die behandelte Person etwa 15 bis 30 Minuten zur Beobachtung in der Praxis bleiben, um mögliche Sofortreaktionen zu beobachten. Nach Eintragung der Impfung in den Impfpass wird ggf. ein Termin für die nächste Dosis oder Auffrischung vereinbart.
Häufige Fragen und Antworten
Wann ist eine Meningokokken Impfung sinnvoll?
Eine Impfung gegen Meningokokken ist sinnvoll für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Personen mit erhöhtem Risiko, etwa bei Immunschwäche oder engem Kontakt zu Erkrankten. Auch vor Reisen in Risikogebiete wird sie empfohlen.