Pneumokokken Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Pneumokokken Impfung: Die Pneumokokken Impfung dient der Immunisierung gegen Pneumokokken Bakterien, um eine Erkrankung der Atemwege und andere Krankheiten zu verhindern. Der Impfstoff PCV15 ist im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Pneumokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln und von Mensch zu Mensch verbreiten.
Durch eine Infektion können Betroffene an einer Blutvergiftung oder Entzündungen (z.B. Hirnhautentzündung, Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung) erkranken.
Was sind Pneumokokken?
Bei Pneumokokken handelt es sich um Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum befinden. Sie werden zwischen Menschen per Tröpfcheninfektion übertragen. Also durch Husten, Niesen oder Sprechen.
Insgesamt gibt es mehr als 95 verschiedene Stämme des Pneumokokken Bakteriums – sogenannte Serotypen. Etwa 20–30 Serotypen sind weltweit für die Mehrheit schwerer Erkrankungen verantwortlich, vor allem bei Kindern unter 5 Jahren und älteren Erwachsenen. Eine Impfung schützt dagegen.
Wichtig zu wissen: Pneumokokken-Infektionen führen nicht immer auch zu Krankheitssymptomen oder Erkrankungen. Das nennt man dann „gesunde Keimträger“. Dennoch kann der Erreger übertragen werden und bei der nächsten Person unter Umständen zu einem schweren Krankheitsverlauf führen.
Warum ist eine Impfung gegen Pneumokokken so wichtig?
Eine Pneumokokkenimpfung schützt vor schweren Erkrankungen wie Lungenentzündung und Blutvergiftung. Gleichzeitig dämmt sie die Ausbreitung solcher ansteckenden Krankheiten ein und stellt die öffentliche Gesundheit sicher.
Eine Schutzimpfung ist gerade für Risikogruppen wie Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sowie Personen mit bestimmten Erkrankungen wichtig. Unser Fokus in der Ordination Glückskind liegt auf der Kinderimpfung, denn das kindliche Immunsystem ist noch nicht vollständig ausgereift. Somit sind vor allem Babys und Kleinkinder besonders gefährdet.
Von 10.000 Kleinkindern erkranken 15 nicht geimpfte Kinder und nur drei Kinder mit Impfung an einer schweren Pneumokokken-Infektion. Das zeigt die Wirksamkeit gegen einen schweren Verlauf von Erkrankungen.
Wie schon erwähnt, führen Pneumokokken-Infektionen nicht immer auch zu einem Krankheitsverlauf. Dennoch kann der Erreger übertragen werden. Und durch die Schwere und Häufigkeit der Erkrankungen zählen Pneumokokken zu den bedeutsamen Infektionskrankheiten.
- Lungenentzündung (Pneumonie)
- Mittelohrentzündungen (Otitis Media)
- Hirnhautentzündung (Meningitis)
- Blutvergiftung (Sepsis)
Welche Pneumokokken Impfstoffe gibt es?
Für Menschen ohne spezielle Indikation – also ohne erhöhtes Risiko – empfiehlt das Österreichische Bundesministerium einen sogenannten Konjugat-Impfstoff. Davon sind mittlerweile mehrere zugelassen, die jeweils unterschiedliche Serotypen abdecken: PCV13, PCV15, PCV20, und PPV23.
Bei einem Konjugat-Impfstoff wird das Serotypen-spezifische Kapselpolysaccharid an ein Trägerprotein gekoppelt. Das verbessert die Immunantwort. Die Vakzine enthalten unterschiedliche Serotypen in unterschiedlicher Zahl und entsprechen damit den epidemiologischen Anforderungen.
PCV Impfstoffe im Überblick
PCV15 (15-valenter konjugierter Impfstoff): Enthalten sind die Serotypen, die besonders häufig bei Kindern unter 5 Jahren auftreten. Für diesen ist in Österreich ein 2+1 Schema zugelassen, weshalb er gegenüber PCV20 bevorzugt empfohlen wird.
PCV20 (Prevenar20): Enthalten ist eine erweiterte Auswahl an Serotypen. Diese treten in einigen Ländern im Kinder- und Jugendalter auf. Für diesen ist ein 3+1 Schema empfohlen.
PPV23 (Pneumovax23): Dieser Impfstoff wird für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Dazu zählen Kinder ab dem 2. Lebensjahr mit bestimmten chronischen oder angeborenen Erkrankungen.
Pneumokokken Impfung für Kinder
Empfohlen wird die Pneumokokken Impfung generell für Risikogruppen wie Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen oder beruflichem Risiko. Für Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr ist sie im kostenfreien Impfprogramm enthalten – bei gesundheitlichen Risiken bis zum vollendeten fünften Lebensjahr.
Die Pneumokokken Impfung kann bei Säuglingen und Kleinkindern übrigens auch mit der Sechsfach-Impfung verabreicht werden. Empfohlen wird die Schutzimpfung allgemein im 2+1 Schema. Das bedeutet zwei Impfungen im Abstand von zwei Monaten und eine Dritte nach frühestens 6 Monaten – mehr dazu weiter unten.
Bei einem Konjugat-Impfstoff wird das Serotypen-spezifische Kapselpolysaccharid an ein Trägerprotein gekoppelt. Das verbessert die Immunantwort. Die Vakzine enthalten unterschiedliche Serotypen in unterschiedlicher Zahl und entsprechen damit den epidemiologischen Anforderungen.
Aktuelle Impfempfehlung in Österreich
Gemäß dem Impfplan Österreich wird bei Personen ohne spezielle Indikation ein Konjugat-Impfstoff empfohlen. Dieser koppelt sich an ein Trägerprotein und verbessert somit die Immunantwort. Für Säuglinge und Kleinkinder eignet sich besonders PCV15 nach dem 2+1 Schema.
Dabei kommt es allerdings auf das Alter bei der Erstimpfung an. Wurde die erste Dosis ab vollendetem ersten Lebensjahr verabreicht, aber vor Vollendung des zweiten Lebensjahres, entfällt die dritte Dosis. Wurde die erste Dosis ab einem Alter von drei Jahren verabreicht, entfallen die zweite und dritte Dosis.
Im Detail heißt das:
- Erstimpfung im 1. Lebensjahr: 1. Dosis im Alter von sechs Wochen, 2. Dosis zwei Monate danach, 3. Dosis im Alter von 11 bis 15 Monaten – frühestens sechs Monate nach der 2. Dosis.
- Erstimpfung im 2. Lebensjahr: 2 Dosen im Abstand von zwei Monaten.
- Erstimpfung im 3. bis 5. Lebensjahr: einmalige Impfung mit PCV15.
Auffrischimpfung
Ob eine Auffrischungsimpfung gegen Pneumokokken notwendig ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt individuell in Abhängigkeit von der persönlichen Gesundheitssituation. Bei gesunden Menschen ohne besondere Risikofaktoren ist keine routinemäßige Auffrischungsimpfung vorgesehen.
Ansonsten gelten bei Risikogruppen spezielle Empfehlungen:
Kinder unter 5 Jahre: Nach erfolgter Grundimmunisierung wird eine Zusatzimpfung mit PPSV23 ab dem 2. Geburtstag empfohlen. 1. Dosis frühestens 6 bis 12 Monate nach der letzten Konjugatimpfung. Eine Wiederholungsimpfung kann alle 6 Jahre erfolgen, wenn das Risiko weiterhin besteht.
Kinder ab 5 Jahre und Erwachsene: Sequenzielle Impfung mit PCV20 oder PCV15 und PPV23 mindestens 8 Wochen nach der letzten Impfung.
Die Schutzwirkung des Impfstoffs nimmt nach etwa fünf Jahren ab. Bei Kindern und Jugendlichen mit spezieller Indikation wird dennoch ein Abstand von mindestens sechs Jahren zwischen den Impfungen empfohlen. Denn kürzere Abstände können zu stärkeren Lokalreaktionen führen. Bei bestehender Indikation sind Wiederholungsimpfungen alle sechs Jahre vorgesehen.
Ablauf der Impfung gegen Pneumokokken in unserer Ordination
Zunächst erfolgen ein ärztliches Aufklärungsgespräch sowie ein Gesundheitscheck und die Einwilligung zur Pneumokokken Impfung. Anschließend wird die Impfung selbst durchgeführt, gefolgt von einer kurzen Beobachtung und der Nachsorge.
Im Beratungsgespräch informiert die Ärztin oder der Arzt über das Krankheitsbild, den Nutzen der Impfung und mögliche Nebenwirkungen. Dabei wird auch geprüft, welcher Impfstoff geeignet ist. Beim Gesundheitscheck wird das Kind klinisch untersucht, um akute Erkrankungen ausschließen zu können.
Dann erfolgt die Impfung gegen Pneumokokken als Injektion in den Oberarm oder bei Kleinkindern und Babys auch in den Oberschenkel. Verabreicht wird meist eine Dosis von 0,5 ml. Die Impfung dauert also nur wenige Sekunden.
Nach der Impfung bleibt die geimpfte Person etwa 15 Minuten zur Beobachtung in der Praxis. Häufige Impfreaktionen wie Rötung an der Einstichstelle, Fieber, Reizbarkeit, Appetitminderung oder Schlafstörungen sind möglich. Sie gelten aber generell als harmlos und zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert.
Dennoch solltet ihr auch in den folgenden Tagen einen Blick auf die Beschwerden haben und bei stärkeren oder länger anhaltenden Reaktionen ärztlichen Rat einholen. Achtet außerdem darauf, dass sich eure Kinder ein bis zwei Tage nach der Impfung körperlich etwas schonen.
Häufige Fragen und Antworten
Wie oft muss man gegen Pneumokokken geimpft werden?
Das hängt vom Alter und möglichen Risikofaktoren ab. Bei gesunden Kindern reicht meist eine Impfserie im 2+1 Schema aus. Bei Risikogruppen sind Wiederholungsimpfungen nach der Impfung alle sechs Jahre empfohlen.
Was ist eine sequenzielle Impfung?
Bei einer sequenziellen Impfung werden zwei verschiedene Impfstoffe in festgelegtem Abstand verabreicht – z.B. zuerst ein konjugierter Impfstoff (PCV15 oder PCV20), gefolgt von einem Polysaccharid-Impfstoff (PPV23). Das sorgt für einen breiteren und länger anhaltenden Schutz, insbesondere bei Risikopersonen.
Welche Krankheiten verursachen Pneumokokken?
Pneumokokken-Erkrankungen können schwere Krankheiten wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Mittelohrentzündung und Blutvergiftung verursachen.
Welche Nebenwirkungen hat die Impfung gegen Lungenentzündung?
Häufige Nebenwirkungen und Beschwerden bei Impfungen sind eine Rötung an der Einstichstelle, Fieber, Reizbarkeit, weniger Appetit oder Schlafstörungen. Diese Reaktionen sind aber meist harmlos und ein Zeichen, dass das Immunsystem auf die Impfung anspricht.