Rotavirus-Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Rotavirus-Impfung: Die Rotavirus-Impfung ist eine Schluckimpfung für Säuglinge und Kleinkinder. Sie schützt vor Infektionen mit diesem Virus, die schweren Durchfall sowie Erbrechen auslösen können.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Laut Impfservice der Stadt Wien schützt die Schluckimpfung vor über 70 % vor Rotavirus-Durchfallerkrankungen und mehr als 90 % vor schweren Verläufen. Nach der Einführung der Impfung sank die Hospitalisierungsrate um rund 90 % und Herdenimmunität wurde nachgewiesen.
Was sind Rotaviren?
Rotaviren sind Erreger, die vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Durchfallerkrankungen verursachen. Sie gelten weltweit als die häufigste Ursache für Gastroenteritis (Brechdurchfall) im Kindesalter.
Auch wenn die Einführung der Schutzimpfung in Österreich die Zahl schwerer Erkrankungen deutlich gesenkt hat, bleibt eine Rotavirus-Infektion nicht zu unterschätzen. Vor der Impfung mussten jedes Jahr rund 2.900 bis 4.400 Kinder wegen schwerem Brechdurchfall ins Krankenhaus eingewiesen werden.
Heute sind solche Krankheitsverläufe seltener, aber nicht ausgeschlossen. Besonders bei kleinen Kindern können Rotaviren durch den Flüssigkeitsverlust gefährlich werden.
Die Viren sind sehr widerstandsfähig: Auf Händen überleben sie viele Stunden, auf Oberflächen sogar mehrere Tage. Schon wenige Erreger reichen aus, um eine Infektion auszulösen. Daher ist die Impfung ein wirksamer und sicherer Schutz gegen unnötige Krankenhausaufenthalte.
Wie werden Rotaviren übertragen?
Rotaviren werden über den Darm ausgeschieden und die Übertragung erfolgt meist fäkal-oral. Das bedeutet, die Aufnahme passiert durch den Mund – häufig über verunreinigte Gegenstände, Hände oder Oberflächen, die mit Rotaviren belastet sind.
Schon eine sehr geringe Menge an Viren reicht aus, um eine Infektion auszulösen. Tröpfchenübertragung spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern ist Hygiene wichtig, um die Weitergabe zu verhindern.
Was passiert bei einer Rotavirus-Infektion?
Bei einer Rotavirus-Infektion gelangen die Viren über den Mund in den Darm, vermehren sich in den Zellen der Dünndarmschleimhaut und sorgen für einen Flüssigkeitsverlust im Körper. Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht selten.
Die Inkubationszeit beträgt zwischen einem und drei Tagen. Dabei werden Schleimhautzellen zerstört, die normalerweise für die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser zuständig sind. Das stört die Flüssigkeits- und Salzaufnahme und führt zu starkem Erbrechen, Durchfall und Flüssigkeitsverlust.
Besonders bei Kleinkindern in den ersten beiden Lebensjahren kann der Krankheitsverlauf sehr ernst sein. Oft ist eine Aufnahme ins Krankenhaus erforderlich. Ohne Behandlung kann die Krankheit im schlimmsten Fall tödlich enden.
Typische Symptome einer Rotavirus-Erkrankung
Die Erkrankung zeigt sich meist durch wässrigen oder blutigen Durchfall, Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen. Der Krankheitsverlauf dauert in der Regel zwei bis sechs Tage. Auch geimpfte Kinder können erkranken, aber die Symptome sind dann meist milder. Mehrfache Rotavirus-Erkrankungen sind möglich, verlaufen jedoch zunehmend leichter.
Symptome im Überblick:
Wässriger oder blutiger Durchfall
Erbrechen
Fieber
Bauchschmerzen
Schneller Flüssigkeitsverlust (Dehydration)
Warum eine Rotavirus-Impfung sinnvoll ist
Die Impfung schützt Säuglinge und Kleinkinder zuverlässig vor Rotavirus-Durchfallerkrankungen und schwerem Rotavirus-Brechdurchfall. Sie wird als Schluckimpfung verabreicht und ist Teil des kostenfreien Impfprogramms in Österreich.
Die Schluckimpfung mit dem Rotavirus-Impfstoff verhindert mehr als 70 % aller Rotavirus-Infektionen und schützt zu über 90 % vor schweren Verläufen. Dadurch wird nicht nur das Risiko für Krankenhausaufenthalte reduziert, sondern auch die allgemeine Gesundheit der Kinder gefördert.
Seit der Einführung der Rotavirus-Impfung in Österreich sind die Hospitalisierungsraten aufgrund von Rotavirus-Infektionen um rund 90 % gesunken. Gleichzeitig konnte eine deutliche Herdenimmunität nachgewiesen werden, was den Schutz auch für nicht geimpfte Kinder erhöht.
Durchführung je nach verwendetem Impfstoff
Das Nationale Impfgremium empfiehlt eine Rotavirus-Impfung für Babys ab dem Alter von 6 Wochen. Dafür stehen zwei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung: Rotarix (zwei Dosen) und RotaTeq (drei Dosen).
Hier das allgemeine Impfschema:
1. Impfung: in der 7. Lebenswoche
2. Impfung: ab mindestens 4 Wochen nach der ersten Impfung (etwa im 3. Lebensmonat)
Ggf. 3. Impfung (nur bei RotaTeq): ab vier Wochen nach der zweiten Impfung (etwa im 4. Lebensmonat)
Die Impfung wird als Schluckimpfung verabreicht, ist gut verträglich und verhindert schweren Durchfall und Aufenthalte im Spital aufgrund von Rotaviren. Die Impfstoffe sind nicht austauschbar. Daher muss die Impfserie vollständig mit demselben Impfstoff abgeschlossen werden – idealerweise bis zum 6. Lebensmonat.
Bei akut erkrankten Babys sollte die Impfung verschoben werden, um weitere Gefahr für das Kind zu vermeiden. Denn das kann die Wirkung der Impfung beeinträchtigen oder für Komplikationen sowie verstärkte Beschwerden sorgen und das Baby so zusätzlich belasten.Obacht nach der Impfung
Nach der Rotavirus-Impfung können Säuglinge und Kleinkinder die Impfviren über den Stuhl ausscheiden. Dadurch besteht die Möglichkeit der Übertragung von Rotaviren auf nicht geimpfte Personen.
Eltern sollten deshalb besonders auf Hygiene achten, Hände gründlich waschen und Wickelbereiche reinigen. So lässt sich eine fäkal-orale Übertragung verhindern und die Sicherheit aller Personen im Umfeld gewährleisten.Häufige Fragen und Antworten
Wie sinnvoll ist eine Rotavirus-Impfung?
Die Rotavirus-Impfung ist sehr sinnvoll, besonders für Säuglinge und Kleinkinder. Denn sie schützt sie vor schweren Durchfallerkrankungen und reduziert das Risiko von Krankenhauseinweisungen sowie schweren Verläufen deutlich.
Auch die Herdenimmunität in der Bevölkerung wird gestärkt, sodass weniger Kinder an Rotavirus-Erkrankungen leiden. Brauchen Babys eine Rotavirus-Impfung?
Ja, eine Rotavirus-Impfung wird für Babys empfohlen, idealerweise ab der 6. Lebenswoche. Sie schützt vor schweren Erkrankungen durch das Virus und reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass ein Krankenhausaufenthalt nötig wird.
Die Impfung erfolgt als Schluckimpfung in mehreren Dosen und ist besonders wichtig in den ersten Lebensmonaten, da das Risiko für schwere Verläufe um diese Zeit am höchsten ist. Wann können Nebenwirkungen nach der Rotaviren-Impfung auftreten?
Nebenwirkungen nach der Rotavirus-Impfung können meist kurz nach der Schluckimpfung auftreten, oft innerhalb von einem bis drei Tagen. Häufige Reaktionen sind leichter Durchfall, Bauchschmerzen oder Erbrechen. Diese Nebenwirkungen sind meist harmlos und klingen von selbst wieder ab – sie zeigen lediglich, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert.