RSV-Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
RSV-Impfung: Die RSV-Impfung schützt vor dem RS-Virus, der häufig Atemwegsinfektionen auslöst und im schlimmsten Fall einen tödlichen Verlauf nehmen kann.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Bei RSV (respiratorisches Synzytial-Virus) handelt es sich um ein Virus, das die Atemwege befällt. Es kann besonders bei Neugeborenen schwere Infektionen auslösen.
Respiratorisches Synzytial-Virus
Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist eine weit verbreitete Atemwegserkrankung, an der laut Schätzungen jährlich mehrere tausend Kinder erkranken – meist innerhalb der ersten beiden Lebensjahre.
Die Übertragung findet durch Tröpfcheninfektion statt, z.B. beim Niesen, Husten oder Sprechen. Doch auch verunreinigte Gegenstände oder Hände können das Virus übertragen, wenn sie mit der Schleimhaut in Nase oder Mund in Kontakt kommen.
RSV führt nicht selten zu Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege und ist der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt bei Kleinkindern in den Wintermonaten.
Wann ist RSV-Saison?
Die RSV-Saison ist für gewöhnlich zwischen November und April, also in den Herbst- und Wintermonaten. Zu dieser Zeit ist der Schutz von Säuglingen und Kleinkindern besonders wichtig. Denn dann ist das Risiko für schwere RSV-Erkrankungen am höchsten.
Die passive Immunisierung gegen das Virus ist im kostenfreien Impfprogramm des Bundes, der Bundesländer und der Sozialversicherung enthalten.
Symptome einer RS-Virus-Erkrankung im Überblick
Eine Erkrankung kann unterschiedliche Verläufe haben: ob ganz ohne Symptome, mit leichten oder auch starken Beschwerden – darunter Husten, Fieber und Probleme mit den Atemwegen. Die Krankheitszeichen ähneln denen einer Erkältung, können aber zu schwerwiegenden oder gar tödlichen Verläufen führen.
Symptome sind vor allem:
Husten
Fieber
Mittelohrentzündungen
Lungenentzündungen
Schwere Probleme der Atemwege und Atemnot
Bronchiolitis
Die Gefahr ist, dass Erkrankungen sogar ganz ohne oder mit nur milden Symptomen verlaufen können und eine Ansteckung somit unbemerkt stattfinden kann. Zumal der Virus bis zu mehreren Wochen ansteckend sein kann. Meist sind es aber nur drei bis acht Tage.
Im schlimmeren Fall kann die Übertragung des Erregers zu schweren Komplikationen und Krankenhausaufenthalten führen. Für Säuglinge ist RSV die Hauptursache für eine akute Bronchiolitis. Die Infektion klingt allerdings meist von selbst wieder ab.
Risikogruppen: Säuglinge, Kleinkinder und Personen ab 60 Jahren
Zu den Personengruppen, für die eine Infektion besonders gefährlich ist, gehören neben Säuglingen und Kleinkindern auch ältere Personen. Für sie empfiehlt das Nationale Impfgremium eine Impfung gegen RSV – ab dem 60. Lebensjahr als aktive Immunisierung.
Auch Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko vor dem vollendeten 60. Lebensjahr sollten sich impfen lassen, darunter:
Personen mit schweren Organerkrankungen
Onkologische Patienten
Personen mit Immundefekten und sonstigen schweren Grunderkrankungen
Personen mit starkem Übergewicht
Menschen mit HIV-Infektion oder anderen immunsuppressiven Erkrankungen
Bewohner in Alten- und Pflegeheimen
Impfung in der Schwangerschaft
Um Neugeborenen einen passiven Schutz zu bieten, ist auch eine Impfung während der Schwangerschaft zugelassen. Dabei entwickelt die werdende Mutter schützende Antikörper gegen RSV, die auf das Kind übertragen werden.
Die Impfung erfolgt einmalig vier bis acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und ist auch als sogenannter „Nestschutz“ bekannt.
Vorteile einer Impfung gegen RSV
Die Impfung gegen RSV bietet einen wichtigen Schutz vor schweren Infektionen, besonders für Kinder, die ein hohes Risiko für Komplikationen wie Bronchiolitis oder Krankenhausaufenthalte haben. Aber auch Erwachsene profitieren, da die Impfung das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs senkt.
Da viele Personen mit dem Virus infiziert sind, ohne Symptome zu zeigen, kann es leicht zu unbemerkter Ansteckung kommen. Die Impfung reduziert Infektionen und trägt so zum Schutz der gesamten Bevölkerung bei.
Ablauf der Impfung gegen RSV
In der Regel kommt die passive Immunisierung zum Einsatz. Sie sollte bis zum vollendeten ersten Lebensjahr erfolgen – idealerweise während der ersten RSV-Saison. Eine Folge- oder Auffrischungsimpfung ist nicht nötig.
Bei der passiven Immunisierung werden fertige Antikörper verabreicht, die sich an bestimmte Stellen des Virus binden und ihn somit hindern, in menschliche Zellen einzudringen und diese anzustecken. Im Gegensatz dazu müssen bei einer aktiven Immunisierung die Antikörper erst vom Immunsystem gebildet werden.
Die Schutzimpfung ist zwischen Oktober und März für Neugeborene in der ersten Lebenswoche direkt im Krankenhaus möglich. Für zwischen April und September geborene Säuglinge ist die Immunisierung vor ihrer ersten RSV-Saison ab Oktober empfohlen und beim niedergelassenen Kinderarzt möglich.
Risikokinder erhalten bis zum 24.Lebensmonat auch in der zweiten RSV Saison ab Oktober die Impfung kostenlos.
Impfschema für Säuglinge:
Geburt zwischen 1. Oktober und 31. März: Immunisierung innerhalb der ersten Lebenswoche, also noch vor Entlassung aus dem Krankenhaus.
Geburt zwischen 1. April und 30. September: Immunisierung ab Oktober, also in der ersten RSV-Saison.
Dosierung für Säuglinge:
<5kg Körpergewicht: 50mg i.m.
>5kg Körpergewicht: 100mg i.m.
2.Saison: 200mg i.m.
Welche RSV Impfstoffe gibt es?
Für den Schutz vor RSV stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung – je nach Zielgruppe und Alter:
| Zielgruppe | Art der Immunisierung | Präparat | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Säuglinge | Passive Immunisierung (Antikörpergabe) | Beyfortus (Nirsevimab) | Fertige Antikörper werden direkt verabreicht (Injektion in den Oberschenkel). Wirkt sofort, hält mehrere Monate an. |
| Schwangere | Aktive Immunisierung (Impfung) | Abrysvo (Pfizer) | In der 24.–36. SSW möglich. Die Mutter bildet Antikörper, die an das Kind weitergegeben werden („Nestschutz“). |
| Erwachsene ab 60 Jahren | Aktive Immunisierung (Impfung) | Arexvy (GSK) und Abrysvo (Pfizer) | Schutz vor schweren RSV-Infektionen in höherem Alter. Empfohlen insbesondere für Risikogruppen. |
Nebenwirkungen der Schutzimpfung
Nach der RSV Impfung können leichte Nebenwirkungen auftreten, die jedoch meist rasch wieder abklingen. Am häufigsten berichten geimpfte Personen über Schmerzen oder Rötungen an der Injektionsstelle, die in den ersten ein bis zwei Tagen auftreten.
Bei Schwangeren können zusätzlich Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen vorkommen, die in der Regel nach zwei bis drei Tagen verschwinden. Diese Reaktionen sind normal und zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert.
Häufige Fragen und Antworten
Was ist RSV als Impfung?
Die RSV-Impfung schützt vor dem respiratorischen Synzytial-Virus, das besonders bei Babys und älteren Erwachsenen schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann.
Der Impfstoff stärkt das Immunsystem, sodass Infektionen mit RSV verhindert oder deutlich abgeschwächt werden. Er kann so Komplikationen wie Bronchiolitis oder Lungenentzündungen vorbeugen.
Was kostet eine RSV-Impfung in Österreich?
Die Kosten hängen vom Impfstoff und der Zielgruppe ab. Für bestimmte Personengruppen wie Babys und Senioren ist die Immunisierung im öffentlichen, kostenlosen Impfprogramm enthalten. Erwachsene müssen die Impfung in vielen Fällen selbst zahlen, der Preis liegt bei rund 275 Euro. Am besten ist es, sich vorab direkt beim Arzt zu erkundigen.
Ist eine RSV-Impfung sinnvoll?
Ja, die Impfung ist sinnvoll, weil RSV sehr ansteckend ist und besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen schwere Krankheitsverläufe auslösen kann.
Sie schützt wirksam vor Folgeerkrankungen wie Bronchiolitis und reduziert die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthalts. Auch die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung wird dadurch gemindert.
Wer sollte gegen RSV geimpft werden?
Besonders empfohlen ist die Impfung für Säuglinge, da sie ein hohes Risiko für schwere Atemwegserkrankungen haben. Auch ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem profitieren stark von dem Schutz. Schwangeren wird die Impfung ebenfalls angeboten, um ihr Neugeborenes in den ersten Lebensmonaten zu schützen.
Wann sollte ich mein Baby gegen RSV impfen lassen?
Babys sollten möglichst früh in der RSV-Saison, also im Herbst oder Winter, geschützt werden. Je nach Impfstoff wird die Impfung ab einem Alter von wenigen Wochen empfohlen.
Auch eine Impfung der Mutter in der Schwangerschaft kann das Kind bereits bei der Geburt schützen. Am besten ist es, den genauen Zeitpunkt mit dem Kinderarzt zu besprechen.