MMR-Impfung für Kinder

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Dr. Lisa Roberts-Mohr

Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde

MMR-Impfung: Die MMR-Impfung ist eine Kombinationsimpfung gegen die drei Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln (MMR). Sie schützt zuverlässig vor Ansteckung und schweren Verläufen dieser Infektionen.

Ärztin impft kleines Kind
Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick
Sowohl Säuglinge als auch Jugendliche und Erwachsene können von den Kinderkrankheiten betroffen sein und schwere Folgen erleiden, z.B. Lungenentzündungen, Hörverlust oder Gehirnentzündungen.

Die Viren werden meist durch Tröpfcheninfektionen beim Husten, Niesen oder Sprechen von erkrankten Personen weitergegeben.

Für einen sicheren Schutz sind zwei Impfungen notwendig. Sie erfolgen im Abstand von drei Monaten bei Erstimpfung unter einem Lebensjahr oder im Abstand von mindestens vier Wochen bei Erstimpfung ab dem 2. Lebensjahr.
Nicht gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden sollten Personen mit geschwächtem Immunsystem, hohem Fieber oder Frauen während der Schwangerschaft.

Die Schutzimpfung verhindert schwere Krankheitsverläufe und reduziert das Risiko für Komplikationen bei Erkrankten deutlich.

Die MMRV-Impfung ist eine erweiterte Kombinationsimpfung, die zusätzlich zu Masern, Mumps und Röteln auch vor Windpocken (Varizellen) schützt. Sie verringert die Anzahl notwendiger Injektionen und bietet Kindern einen umfassenderen Schutz vor häufigen Kinderkrankheiten.

Was ist MMR?

Bei Masern, Mumps und Röteln handelt es sich jeweils um hochansteckende Viruserkrankungen, die teilweise zu schweren Komplikationen und Spätfolgen führen können. Sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene können von diesen Erkrankungen betroffen sein.

Die Übertragung findet per Tröpfcheninfektion statt, z.B. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Röteln können zudem auch durch direkten Schmierkontakt für Ansteckungen sorgen.

Wie läuft eine Infektion ab?

Je nach Virus unterscheiden sich Beschwerden sowie Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung. Generell wird durch diese Infektionskrankheiten das Immunsystem geschwächt und es kann auch noch Jahre nach der Infektion zu Spätfolgen kommen.

Inkubationszeiten im Überblick:

  • Masern: 8-10 Tage

  • Mumps: 2-4 Wochen

  • Röteln: 2-3 Wochen

Masernviren können bereits vier Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlags übertragen werden. Sie schwächen die Abwehrkräfte stark und erhöhen dadurch das Risiko, dass andere Infektionskrankheiten einen tödlichen Verlauf nehmen.

Die Inkubationszeit bei Mumps beträgt im Schnitt 18 Tage und die Erkrankung äußert sich in vielen Fällen durch Symptome im Bereich des zentralen Nervensystems. Tatsächlich war Mumps, bevor der Impfstoff offiziell eingeführt wurde, eine der Hauptursachen von Taubheit.

Eine Rötelninfektion hingegen verläuft oft mild oder sogar ganz ohne Symptome. Für werdende Mütter bedeutet das eine besondere Gefahr, denn eine Infektion mit dem Virus kann zu schweren Schädigungen und Fehlbildungen des ungeborenen Kindes führen – z.B. Taubheit, grauer Star, Herzfehler und andere Organdefekte.

Typische Symptome einer Erkrankung an Mumps, Masern oder Röteln

Masern, Mumps und Röteln äußern sich meist mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten und Hautausschlag. In schweren Fällen kann es auch zu Komplikationen und Spätfolgen kommen.

ViruserkrankungSymptomeKomplikationen
MasernFieber, Husten und HautausschlagMittelohr- oder Lungenentzündung, Krampfanfälle und Gehirnentzündung
MumpsSchwellung der OhrspeicheldrüsenGehirn- oder Hirnhautentzündung, Hörminderung oder Taubheit
RötelnHautausschlag, Lymphknotenschwellungen und GelenkbeschwerdenRisiko für Fehlbildungen bei Erkrankung in der Schwangerschaft

Bei einer Masern-Infektion haben Betroffene mit Fieber, Husten sowie Hautausschlag mit roten erhabenen Flecken zu kämpfen. Ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf besteht bei Kindern unter einem Jahr und Erwachsenen. Zudem kommt es gelegentlich zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder Gehirnentzündung.

Ein charakteristisches Symptom bei Mumps ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen und Symptome im Bereich des zentralen Nervensystems.

In seltenen Fällen kann es auch zu einer Hörminderung, vorübergehender oder permanenter Taubheit kommen. Möglich ist zudem eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und bei männlichen Patienten eine Hodenentzündung bis hin zur Unfruchtbarkeit.

Eine Rötelninfektion verläuft bei bis zu 50 Prozent der Kinder ohne Krankheitszeichen. Falls doch Beschwerden auftreten, sind es meist kleinfleckige Hautausschläge, Lymphknotenschwellungen und Gelenkbeschwerden.

Vorteile der Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln bietet einen sicheren und wirksamen Schutz vor diesen Kinderkrankheiten. Sie verhindert nicht nur schwere Infektionen und deren Folgen, sondern reduziert auch das Risiko für Komplikationen und Todesfälle.

Masern können nur durch eine ausreichend hohe Durchimpfungsrate ausgerottet werden. Weltweit zählen sie immer noch zu den häufigsten vermeidbaren Todesursachen bei Erkrankten – besonders Kindern. Eine Masern-Impfung senkt diese Risiken erheblich und trägt zur Ausrottung bei.

Auch das Rötelnvirus soll durch die Impfung weiter zurückgedrängt werden. Damit sinkt besonders das Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Frauen, die keinen ausreichenden Schutz vor Röteln haben.

MMRV-Impfstoff als Erweiterung

Die MMRV-Impfung ist eine Erweiterung der klassischen Masern-Mumps-Röteln-Impfung um die Impfkomponente gegen Windpocken. Damit schützt sie vor einer weiteren häufigen Kinderkrankheit, die sonst zu schweren Komplikationen führen könnte.

Meist wird die Impfung im Kindesalter verabreicht. Durch die Kombination mehrerer Impfstoffe in einer Spritze wird die Zahl der notwendigen Injektionen verringert. Das macht die Impfung für Kinder einfacher und weniger belastend. Gleichzeitig bietet sie einen umfassenden Schutz vor Erkrankungen, die noch immer ein Risiko darstellen.

MMR Impfung: Ablauf und Empfehlungen

Die MMR-Impfung wird zweimalig verabreicht, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten. Im Idealfall findet die vollständige Immunisierung vor Ende des zweiten Lebensjahres statt. Eine fehlende Schutzimpfung kann aber in jedem Lebensalter nachgeholt werden.

  • Erstimpfung im 1. Lebensjahr: Ab dem vollendeten 9. Lebensmonat und Zweitimpfung nach drei Monaten.

  • Erstimpfung nach dem 1. Lebensjahr: Zweitimpfung frühestmöglich mit einem Mindestabstand von vier Wochen.

Besonders empfohlen wird die Impfung Frauen, die schwanger werden möchten – um das Risiko von Fehlbildungen während der Schwangerschaft zu minimieren – sowie Säuglingen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat. Vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen wie den Kindergarten ist die Immunisierung meist vorgeschrieben.

Gut zu wissen: Die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) ist in Österreich für alle Menschen kostenlos, unabhängig vom Alter.

In diesen Fällen ist von der Impfung abzuraten

Ein fehlender Impfschutz gegen MMR kann und sollte jederzeit nachgeholt werden. Davon ausgenommen sind schwangere Frauen, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt. Diese sollten die Impfung allerdings unmittelbar nach der Schwangerschaft nachholen.

Ebenso wenig empfohlen ist die Impfung für Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Personen mit Fieber über 38 Grad.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Die MMR-Impfung wird in der Regel sehr gut vertragen. Wie bei anderen Impfungen kann es an der Einstichstelle zu Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen kommen. Diese Beschwerden sind aber meist mild und klingen nach wenigen Tagen von selbst wieder ab.

Manche Geimpfte entwickeln vorübergehend Fieber oder einen masernähnlichen Ausschlag. Diese Reaktionen sind harmlos und ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind äußerst selten.

Häufige Fragen und Antworten

Wie oft muss MMR geimpft werden?

Die MMR-Impfung wird zweimal verabreicht, um einen vollständigen und langanhaltenden Schutz zu erreichen. Die erste Dosis sorgt für die Grundimmunisierung, die zweite schließt mögliche Impflücken. Ein Nachholen ist in jedem Alter möglich.

Kinder erhalten die erste Impfung ab dem vollendeten 9. Lebensmonat, die zweite nach mindestens drei Monaten. Später geimpfte Kinder und Erwachsene bekommen die zweite Dosis frühestmöglich mit einem Mindestabstand von vier Wochen.

Nebenwirkungen treten vorwiegend innerhalb weniger Tage nach der Impfung auf. Häufig kommt es zu leichten Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Fieber oder ein masernähnlicher Ausschlag können vorkommen, klingen aber in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab.

Quellenverweise

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