Varizellen-Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Varizellen-Impfung: Bei Varizellen, auch Windpocken oder Feuchtblattern genannt, handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung. Die Impfung gegen Varizellen wird im Impfplan Österreich für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen und soll idealerweise vor dem Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krippe oder Kindergarten erfolgen.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Nein, nach zwei korrekt verabreichten Impfungen gegen Varizellen sind keine Auffrischungsimpfungen notwendig.
Was sind Windpocken (Varizellen)?
Varizellen, auch Windpocken oder Feuchtblattern genannt, sind eine hochansteckende Virusinfektion, die vor allem im Kindesalter auftritt. Verursacht werden sie durch das Varicella-Zoster-Virus, das sich leicht über Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen sowie durch direkten Hautkontakt überträgt.
Schon der Aufenthalt im selben Raum mit einer erkrankten Person kann für eine Ansteckung bzw. Übertragung der Erreger ausreichen. Aufgrund der hoch ansteckenden Charakteristik hatten auch schon 95 Prozent der Erwachsenen Varizellen bzw. Windpocken mindestens einmal, so Zahlen des Sozialministeriums.Symptome von Varizellen
Varizellen beginnen häufig mit unspezifischen Beschwerden, die leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden können. Erst nach ein bis zwei Tagen entwickelt sich der für Windpocken typische Hautausschlag. Dieser breitet sich meist vom Rumpf auf Gesicht, Kopfhaut und schließlich den gesamten Körper aus. Charakteristisch ist, dass neue Hautveränderungen schubweise auftreten, während ältere bereits verkrusten.
Zu den typischen Symptomen von Varizellen zählen
- leichtes bis deutliches Fieber,
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl,
- starker Juckreiz, der für Kinder besonders belastend sein kann,
- rote Hautflecken, die sich zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln,
- Bläschen in unterschiedlichen Stadien gleichzeitig (Flecken, Bläschen, Krusten),
- Hautveränderungen auch an Schleimhäuten, etwa im Mund oder im Genitalbereich.
Krankheitsverlauf von Varizellen
Nach der Ansteckung mit dem Varizella-Zoster-Virus vergehen meist 12 bis 21 Tage, bis erste Krankheitszeichen auftreten. Häufig beginnen Varizellen mit unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, leichtem Fieber und allgemeinem Unwohlsein. Kurz darauf entwickelt sich der typische Hautausschlag, der schubweise auftritt und sich über mehrere Tage ausbreitet.
Charakteristisch für Varizellen ist, dass verschiedene Stadien des Ausschlags gleichzeitig sichtbar sind – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Hauterkrankungen.
Der Hautausschlag heilt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. In dieser Zeit besteht jedoch eine hohe Ansteckungsgefahr, weshalb erkrankte Kinder Gemeinschaftseinrichtungen meiden sollten.
Typische Merkmale des Krankheitsverlaufs:
- stark juckender Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen
- gleichzeitiges Auftreten von Flecken, Papeln, Bläschen und Schorf
- Beginn meist am Kopf oder Rumpf, anschließend Ausbreitung über den gesamten Körper
- mögliche Begleiterscheinungen wie Fieber, Müdigkeit und Krankheitsgefühl
Mögliche Komplikationen
In den meisten Fällen heilen Varizellen ohne bleibende Folgen aus. Dennoch können Komplikationen auftreten, insbesondere bei Erwachsenen, Schwangeren, Neugeborenen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Mögliche Komplikationen sind unter anderem
- bakterielle Hautinfektionen durch aufgekratzte Bläschen,
- Lungenentzündung,
- Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten,
- Leberentzündungen,
- bei Erstinfektion in der Schwangerschaft das seltene, aber schwere Varizellensyndrom beim ungeborenen Kind.
Wichtig zu wissen: Nach überstandener Erkrankung verbleibt das Virus lebenslang im Körper. Bei einer späteren Reaktivierung kann es zur Gürtelrose (Herpes zoster) kommen, insbesondere im höheren Alter oder bei geschwächtem Immunsystem.
Gegen Varizellen im Kindesalter impfen: Wie ist der Ablauf?
Der Impfstart ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr vorgesehen. Die Immunisierung erfolgt mit zwei Teilimpfungen, um einen zuverlässigen und dauerhaften Schutz aufzubauen. Generell gibt es zwei Varizellen-Impfstoffe: Die Impfung kann entweder als Einzelimpfstoff gegen Varizellen oder als Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMR-V) verabreicht werden.
Der Ablauf gemäß Impfservice Wien im Überblick:
Die erste Impfung ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr möglich und empfohlen (Impfempfehlung nach österreichischem Impfplan).
Die zweite Impfung geschieht vorzugsweise nach 6 Wochen, mindestens jedoch 4 Wochen nach der ersten,
Erfolgt die erste Impfung bereits im Alter von 9 bis 12 Monaten, sollte der Abstand zwischen den beiden Impfungen mindestens 3 Monate betragen.
Auffrischungsimpfungen sind nach zwei korrekt verabreichten Dosen nicht notwendig.
Option: Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln, Varizellen
Beim Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMR-V) werden mehrere Impfungen in einer Spritze zusammengefasst, was die Anzahl der Injektionen reduziert und den Impfablauf vereinfacht.
Der Kombinationsimpfstoff wird vor allem im Kindesalter eingesetzt und ist Teil der empfohlenen Impfstrategien. Ob ein Einzelimpfstoff oder der Kombinationsimpfstoff verwendet wird, hängt vom Impfstatus des Kindes und der ärztlichen Empfehlung ab. Beide Varianten bieten einen gleichwertigen Schutz und gelten als gut verträglich.Im Erwachsenenalter gegen Varizellen impfen: Was gibt es zu beachten?
Auch im Erwachsenenalter ist eine Varizellen-Impfung sinnvoll, wenn keine Immunität besteht. Der Impfplan Österreich empfiehlt die Impfung für Jugendliche und Erwachsene, die keine Windpocken durchgemacht haben und nicht geimpft sind. Besonders sinnvoll ist der Schutz für Frauen mit Kinderwunsch, da eine Erstinfektion in der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben kann, sowie für Personal im Gesundheitswesen und in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen. Das bestätigt auch Gesundheit.gv.at.
Die Impfung ist vorbeugend und sollte daher vor einer möglichen Ansteckung erfolgen. Eine Impfung während der Schwangerschaft ist nicht vorgesehen; nach der Impfung sollte eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden.
Ablauf und Impfschema für Erwachsene:
- Die erste Impfung ist jederzeit außerhalb einer Schwangerschaft möglich.
- Die zweite Impfung geschieht wie bei Kindern nach 6 Wochen, mindestens jedoch 4 Wochen nach der ersten.
- Auffrischungsimpfungen sind auch bei Erwachsenen nicht notwendig, wenn zwei Dosen korrekt verabreicht wurden.
Häufige Fragen und Antworten
Wie oft muss man sich gegen Varizellen impfen lassen?
Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfungen gegen Varizellen erforderlich. Nach korrekt durchgeführter zweiter Impfung sind keine Auffrischungsimpfungen notwendig.
Wann werden Kinder gegen Varizellen geimpft?
Die Varizellen-Impfung wird für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen. Die zweite Impfung erfolgt im Abstand von mindestens vier Wochen, idealerweise vor dem Eintritt in eine Betreuungseinrichtung wie Krippe oder Kindergarten.
Ist die Windpocken-Impfung die Varizellen-Impfung?
Ja. Die Windpocken-Impfung und die Varizellen-Impfung sind dasselbe. „Windpocken“ ist der gebräuchliche Name für die Erkrankung, medizinisch wird sie Varizellen genannt. Die Impfung schützt vor der Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, dem Auslöser von Windpocken (Feuchtblattern).