Tetanus Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Tetanus Impfung: Die Tetanus Impfung schützt im Verletzungsfall vor der Verbreitung des Erregers bzw. des Gifts in den Nervenbahnen und damit vor aufwändigen Behandlungen. Im schlimmsten Fall kann der sogenannte Wundstarrkrampf nämlich zu Atemstillstand führen und damit tödliche Folgen haben.
- Letztes Update: 24.08.2026
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In Ländern mit modernem Impfsystem, z.B. Österreich, gibt es nur noch wenige Fälle von Tetanus. Dennoch liegt die Sterblichkeitsrate bei 20 bis 30 Prozent.
Für die Grundimmunisierung gegen Tetanus im Säuglingsalter kommt in der Regel ein Kombinationsimpfstoff (6-Fach-Impfung) zum Einsatz.
Was ist Tetanus?
Tetanus ist eine Erkrankung, die durch Tetanusbakterien hervorgerufen wird. Diese sind allgegenwärtig in der Umwelt und können zu Muskelkrämpfen bis hin zum Atemstillstand führen.
In Ländern wie Österreich, die über ein modernes Impfsystem verfügen, gibt es zwar nur noch wenige Fälle von Tetanus. Dennoch sterben noch etwa 20 bis 30 Prozent der an Tetanus Erkrankten. Daher empfiehlt das Nationale Impfgremium eine Impfung für alle Menschen.
Übertragung des Bakteriums
Die Übertragung des Bakteriums Clostridium tetani kann bereits durch kleinste Verletzungen erfolgen, z.B. durch Dornen oder Holzsplitter. Es vermehrt sich in der Wunde und kann Gift abgeben, das entlang der Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark wandert.
An den Verbindungsstellen der Nerven kommt es dadurch oft zu einer Blockade – der Auslöser für den Wundstarrkrampf. Sporen finden sich in Staub, an Holz, im Erdreich und auch in Ausscheidungen von Nutztieren wie Rindern, Schafen und Pferden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Symptome einer Tetanus Erkrankung
Die ersten Symptome der Erkrankung treten etwa 4 bis 14 Tage nach Ansteckung auf.
Dazu gehören:
Allgemeine Müdigkeit
Frösteln oder Schwitzen
Kopfschmerzen
Ziehen an der Wunde
Angedeutete Steifigkeit
Darauf folgen Muskelversteifungen, insbesondere im Bereich der Nacken- und Kaumuskulatur, was zu Schluck- und Sprechbeschwerden führen kann. Im weiteren Verlauf kommt es zur Starre des ganzen Körpers unter Beteiligung des Nervensystems.
Dadurch sind Beschwerden wie Blutdruckschwankungen, Durchblutungsstörungen und Kreislaufprobleme wahrscheinlich. Es kann sogar zu Krämpfen der Atemmuskulatur kommen, was im schlimmsten Fall einen Atemstillstand zur Folge hat und damit lebensbedrohlich ist.
Zur Behandlung erhalten Erkrankte Abwehrstoffe gegen Tetanus – gewonnen aus dem Blut geimpfter Personen –, Antibiotika und Medikamente zur Linderung der genannten Beschwerden. Noch effektiver ist allerdings die Impfung.
Was bringt eine Impfung gegen Tetanus?
Die Tetanus-Erreger sind in der Umwelt allgegenwärtig. Daher empfiehlt das Nationale Impfgremium die Tetanus-Impfung für alle Menschen. Denn eine vollständige Impfung schützt nicht nur vor der Erkrankung, sondern verhindert auch die aufwändige Behandlung im Falle einer Verletzung.
Die Immunisierung ist für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Empfohlen wird eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen.
6-Fach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus & Co.
Die Grundimmunisierung erfolgt häufig als 6-Fach-Impfung. Diese schützt neben Tetanus auch vor folgenden Erkrankungen:
Diphtherie
Haemophilus influenzae
Kinderlähmung
Ablauf der Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf)
Sowohl die Grundimmunisierung – dreimalig als 6-Fach-Impfung – als auch die Auffrischimpfungen sind im kostenfreien Kinderimpfprogramm in Österreich enthalten.
Der Ablauf gestaltet sich wie folgt:
1. Impfung im Alter von 3 Monaten
2. Impfung im Alter von 5 Monaten
3. Impfung im Alter von 11 bis 12 Monaten
Für die Auffrischungsimpfungen im Kindes- und Jugendalter wird ein 4-Fach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung eingesetzt. Die erste Auffrischung findet im 6. Lebensjahr statt – am besten noch vor Schuleintritt.
Die zweite Auffrischung folgt meist nach fünf Jahren, spätestens aber vor Beendigung des 15. Lebensjahres. Also noch vor Ende des Pflichtschulalters.
Tetanus Impfung für Erwachsene
Für Erwachsene empfiehlt das Nationale Impfgremium Auffrischimpfungen alle fünf Jahre. Dafür wird ein Kombinationsimpfstoff als 3-Fach-Impfung (Boostrix) eingesetzt, der gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten wirkt.
Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Verwendung des Vierfachimpfstoffs (Diphtherie-Tetanus-Polio-Pertussis), wenn der Dreifachimpfstoff gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis nicht verfügbar ist.
Sofern die letzte Auffrischimpfung mehr als 20 Jahre zurückliegt, sollte der Impfschutz nach der erneuten Impfung durch eine Blutuntersuchung kontrolliert werden. Bei fehlender Grundimmunisierung sollte eine zweite Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen verabreicht werden. Darauf folgt eine dritte Impfung 6 bis 12 Monate im Anschluss.
Impfempfehlung für Säuglinge und Schwangere
In der Regel ist eine Erkrankung mit Tetanus bei Neugeborenen in Europa sehr unwahrscheinlich – zumindest, wenn die Mutter selbst geimpft ist. Denn dann schützen ihre Antikörper auch das Baby.
Ist keine Grundimmunisierung gegeben, wird eine Impfung in der Schwangerschaft empfohlen – zwischen der 27. und 36. Schwangerschaftswoche.
Häufige Fragen und Antworten
Ab wann sollte mein Baby gegen Tetanus geimpft werden?
Das Impfschema des Nationalen Impfgremiums empfiehlt die erste Impfung im Alter von 3 Monaten, die zweite mit 5 Monaten und die dritte zwischen 11 und 12 Monaten. Damit ist eine Grundimmunisierung gegen Tetanus gegeben.
Wie oft muss mein Kind gegen Tetanus geimpft werden?
Um eine Grundimmunisierung gegen Tetanus zu erreichen, benötigt ein Kleinkind drei Impfungen vor Beendigung des ersten Lebensjahres. Darauf folgen zwei Auffrischungsimpfungen, um eine Infektion im Verletzungsfall weiterhin zu verhindern: eine im 6. Lebensjahr und eine noch vor Beendigung des 15. Lebensjahres.
Ist die Tetanus Impfung Teil des kostenlosen Kinderimpfprogramms in Österreich?
Ja, die 6-Fach-Impfung gegen Tetanus und weitere Infektionskrankheiten sowie die beiden Auffrischungsimpfungen bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres sind im kostenlosen Kinderimpfprogramm für Österreich enthalten.
Bei welcher Impfung ist Tetanus dabei in Österreich?
Die Tetanus-Impfung wird meist als 6-Fach-Impfung verabreicht. Dabei handelt es sich um eine Kombination mehrerer Impfstoffe. Neben Tetanus wirkt diese Immunisierung auch gegen folgende Krankheiten: Diphtherie, Hepatitis B, Keuchhusten, Haemophilus influenzae und Kinderlähmung.
Was passiert, wenn man keine Tetanus Impfung hat?
Da die Erreger allgegenwärtig sind – z.B. in Schmutz, Gartenerde und Straßenstaub –, wird eine Immunisierung dringend für alle Menschen empfohlen. Entsprechend ist die Grundimmunisierung nachzuholen. Sie findet in drei Stufen bzw. Terminen statt. Im Anschluss sollte alle 5 Jahre eine Auffrischimpfung erfolgen.
Hat man nach 5 Jahren noch Tetanusschutz?
Um den Impfschutz zu erhalten, wird eine Auffrischimpfung alle fünf Jahre empfohlen. Sind seit der letzten Auffrischimpfung mehr als 10 Jahre vergangen, wird zunächst der Stand der Immunisierung nach der erneuten Auffrischung geprüft. Bei fehlender Grundimmunisierung sind zwei weitere Impfungen nötig: eine nach 4 bis 8 Wochen und die nächste 6 bis 12 Monate darauf.