Diphtherie Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Diphtherie Impfung: Diphtherie ist eine hochansteckende bakterielle Infektion, die vor allem die oberen Atemwege betrifft und unbehandelt schwere Komplikationen wie Herz- oder Nierenschäden verursachen kann. Eine Diphtherie Impfung schützt zuverlässig vor der Erkrankung und reduziert das Risiko von Ansteckung und schweren Verläufen deutlich.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Was ist Diphtherie?
Bei Diphtherie handelt es sich um eine Erkrankung, die meist die oberen Atemwege betrifft – also Nase, Rachen und Kehlkopf. Darüber hinaus kann es jedoch auch zur Schädigung von Herz, Nieren und Leber kommen – mit tödlichen Folgen.
Diphtherie wird hauptsächlich durch bestimmte Bakterien namens Corynebacterium diphtheriae verursacht, die ein Gift bilden. Seltener sind auch die Bakterien Corynebacterium ulcerans oder Corynebacterium pseudotuberculosis dafür verantwortlich.
Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion über die Atemluft, z.B. beim Niesen, Husten oder Sprechen. Doch auch durch direkten Kontakt mit offenen Wunden ist eine Ansteckung möglich.
Symptome einer Diphtherie Erkrankung
Als Erkrankung der oberen Atemwege beginnt eine Diphtherie-Infektion klassischerweise mit Halsschmerzen, hohem Fieber und Schluckbeschwerden. Dazu kommen Schleimhautbeläge und weitere Symptome.
Hier ein Überblick:
Halsschmerzen
Hohes Fieber
Schluckbeschwerden mit Heiserkeit
Pfeifende Geräusche beim Atmen
Schwellungen der Lymphknoten
Schleimhautbeläge
Wichtig zu wissen: Die Schleimhautbeläge sind meist weiß-gräulich oder bräunlich und weiten sich oft über die Rachenmandeln, den Gaumen und das Zäpfchen bis hin zum Kehlkopf aus. Diese Beläge erschweren das Atmen und können beim Versuch, sie zu entfernen, zu Blutungen führen.
Krankheitsverlauf im Überblick
Die Inkubationszeit – also die Dauer zwischen Ansteckung und Ausbruch der Infektionskrankheit – liegt bei zwei bis fünf Tagen. Dabei geben die verantwortlichen Bakterien – meist Corynebacterium diphtheriae – einen Giftstoff ab, der wichtige Organe schädigen kann.
Die Infektion kann lokal bleiben, z.B. im Rachen, in der Nase oder am Kehlkopf, oder sich auf die Atemwege ausbreiten. In schweren Fällen kann das Diphtherie-Toxin Herz, Nieren und Leber schädigen.
Es kann zu Entzündungen des Herzmuskels, Nervenlähmungen, Atemlähmung und sogar zum Tod kommen. Außerdem gibt es Formen wie Schleimhaut- oder Hautdiphtherie und auch asymptomatische Infektionen, bei denen Betroffene das Bakterium tragen, ohne selbst krank zu werden.
Gefahren der Erkrankung
Gerade durch asymptomatische Infektionen kann sich die Krankheit unbemerkt ausbreiten, was eine besondere Gefahr darstellt. Die Bakterien befallen die Schleimhäute und produzieren dabei ein Gift, das über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt wird und wichtige Organe schädigen kann.
Unter Umständen kann es zu schweren Krankheitsverläufen und Komplikationen kommen, darunter Atemnot, Herz-Kreislauf-Störungen und Nierenschädigungen. Für die Behandlung braucht es ein Antitoxin und Antibiotika.
Besonders besorgniserregend: Auch heute ist die Sterblichkeitsrate mit ein bis vier von 20 Diphtherie-Erkrankten noch recht hoch. In Österreich muss jede Erkrankung gemeldet werden. 2022 wurden 73 Diphtherie-Infektionen bestätigt, 2023 vier Fälle und 2024 drei Fälle.
Warum eine Impfung gegen Diphtherie für Kinder sinnvoll ist
Eine Impfung gegen Diphtherie ist für Kinder besonders sinnvoll, weil sie zuverlässig vor einer schweren und potenziell lebensgefährlichen Erkrankung schützt. Gleichzeitig verhindert die Immunisierung, dass geimpfte Personen das Bakterium weitergeben und andere, ungeimpfte Kinder oder Erwachsene anstecken.
Diphtherie kommt noch in vielen Ländern weltweit vor, z.B. in Albanien, Teilen der ehemaligen Sowjetunion, Afrika, Südamerika und Asien. Reiserückkehrer können die Krankheit daher nach Österreich einschleppen.
Durch eine hohe Durchimpfungsrate konnte Diphtherie in Österreich inzwischen weitgehend zurückgedrängt werden. Dennoch empfiehlt das Nationale Impfgremium die Impfung für alle Kinder, meist in Kombination mit Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung, um umfassenden Schutz zu gewährleisten.
Wie läuft die Impfung gegen Diphtherie ab?
Die Grundimmunisierung ist im kostenfreien Impfprogramm in Österreich enthalten und erfolgt anhand von drei Impfungen gegen Diphtherie:
1. Impfung: Ab der vollendeten 6. Lebenswoche, maximal im Alter von 3 Monaten
2. Impfung: Im Alter von 5 Monaten
3. Impfung: Im Alter von 11 bis 12 Monaten
Darauf sollen zwei Auffrischimpfungen folgen, um einen zuverlässigen Impfschutz zu gewährleisten. Die erste Auffrischung im 6. Lebensjahr und die zweite fünf Jahre danach – spätestens aber im 15. Lebensjahr und noch vor Ende des Pflichtschulalters.
Für weitere Informationen und eine ausführliche Beratung können sich Eltern jederzeit bei uns in der Ordination Glückskind melden. Gemeinsam besprechen wir gern alle Fragen zu Kinderimpfungen, dem Ablauf und möglichen Nebenwirkungen.
Mehrfach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus & Co.
Die Impfung gegen Diphtherie wird im Rahmen der 6-fach-Impfung verabreicht. Der Impfstoff schützt also nicht nur vor Diphtherie, sondern wirkt auch gegen Keuchhusten, Tetanus, Haemophilus influenzae, Kinderlähmung und Hepatitis B.
Auch die Auffrischimpfungen – im 6. und spätestens im 15. Lebensjahr – sind im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten und erfolgen mit einem 4-fach-Impfstoff. Dieser schützt vor Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung und Keuchhusten.
Diphtherie Impfung im Erwachsenenalter
Auch für Erwachsene ist die Impfung gegen Diphtherie ein wichtiges Thema. Das Nationale Impfgremium empfiehlt aktuell Auffrischimpfungen für Erwachsene alle 5 Jahre.
Liegt die letzte Impfung mehr als 20 Jahre zurück, sollte zunächst der Impfschutz durch eine Blutuntersuchung kontrolliert werden. Fehlt die Grundimmunisierung, sollten zwei Impfungen im Abstand von ein bis zwei Monaten verabreicht werden. Eine dritte Injektion folgt 6 bis 12 Monate danach.
Häufige Fragen und Antworten
Was versteht man unter Diphtherie?
Diphtherie ist eine bakterielle Infektion, die meist die oberen Atemwege wie Nase, Rachen und Kehlkopf betrifft. Sie kann schwere Komplikationen verursachen, z. B. Herz- oder Nierenschäden, Atemlähmung und sogar zum Tod führen. Die Krankheit wird durch bestimmte Bakterien übertragen, die ein Gift produzieren.
Wie oft sollte man Diphtherie impfen?
Die Grundimmunisierung erfolgt mit drei Impfungen im ersten Lebensjahr. Danach folgen zwei Auffrischungen – einmal im 6. Lebensjahr und einmal spätestens im 15. Lebensjahr. Erwachsene sollten alle 5 Jahre eine Auffrischung erhalten.
Sind Tetanus und Diphtherie eine Impfung?
Nein, es handelt sich um zwei unterschiedliche Impfungen. In der Praxis werden sie jedoch oft gemeinsam als Kombinationsimpfstoff verabreicht, z. B. in der 6-fach-Impfung.
Wann sollten Babys gegen Diphtherie geimpft werden?
Die erste Impfung erfolgt ab der vollendeten 6. Lebenswoche, die zweite im Alter von 5 Monaten und die dritte im Alter von 11 bis 12 Monaten. Danach folgen die Auffrischungen, um einen lang anhaltenden Schutz zu gewährleisten.