Hib-Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
Hib-Impfung: Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ist ein Bakterium, das schwere Erkrankungen auslösen kann. In Österreich ist die Hib-Impfung Teil des kostenfreien Impfprogramms und wird bereits im Säuglingsalter im Rahmen der 6-fach-Impfung verabreicht.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Die Hib-Komponente wird im Rahmen der 6-fach-Impfung verabreicht. Säuglinge erhalten 3 Teilimpfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten, Frühgeborene eine zusätzliche Dosis im 3. Lebensmonat.
Was ist Haemophilus influenzae Typ B (Hib)?
Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ist ein Bakterium und gehört zur Gruppe der Haemophilus influenzae-Bakterien, wobei der Serotyp B besonders aggressiv ist. Übertragen wird das Bakterium über Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen. Es kann den Nasen-Rachen-Raum besiedeln und von dort in die Blutbahn gelangen.
Breitet sich der Erreger im Körper aus, handelt es sich um eine invasive Hib-Infektion. Vor Einführung der Hib-Impfung war Hib laut Sozialministerium eine der häufigsten Ursachen für bakterielle Hirnhautentzündungen bei Kindern unter fünf Jahren.
Symptome von Hib
Je nach betroffenem Organ können unterschiedliche Beschwerden bei einer Hib-Infektion auftreten.
Typische Symptome sind:
- hohes Fieber
- starkes Krankheitsgefühl
- Nackensteifigkeit (ggf. bei Hirnhautentzündung)
- Erbrechen und Bewusstseinsstörungen sowie allgemeine Magen-Darm-Beschwerden
- Schluckbeschwerden und Atemnot bei Entzündung des Kehldeckels
- schnelle Atmung oder Husten (bei Lungenentzündung )
Wie ist der Krankheitsverlauf bei Hib-Erkrankungen?
Eine Hib-Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern beginnt häufig plötzlich und verschlechtert sich rasch, da das Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Das sind mögliche invasive Krankheitsverläufe:
1. Hirnhautentzündung (Meningitis)
Eine Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. Bei einer Hib-bedingten Meningitis gelangen die Bakterien in die Blutbahn und erreichen von dort die Hirnhäute.
Typische Anzeichen sind:
hohes, plötzlich einsetzendes Fieber
Erbrechen
ausgeprägte Reizbarkeit oder Teilnahmslosigkeit
Nackensteifigkeit bei älteren Kindern
vorgewölbte Fontanelle bei Säuglingen
Auch Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle können auftreten. Trotz schneller Antibiotikatherapie besteht das Risiko bleibender Schäden wie Hörverlust, Entwicklungsverzögerungen oder neurologischer Einschränkungen.
2. Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)
Die Epiglottitis ist eine akute bakterielle Entzündung des Kehldeckels, der normalerweise beim Schlucken die Luftröhre verschließt. Entzündet sich dieses Gewebe, schwillt es stark an. Die Atemwege können dadurch gefährlich eingeengt werden.
Kennzeichen sind:
sehr hohes Fieber
starke Schluckbeschwerden
vermehrter Speichelfluss
Atemnot
Zudem sitzen Kinder bei einer Kehldeckelentzündung oft nach vorn gebeugt, um besser Luft zu bekommen.
Wichtig: Die Epiglottitis gilt als medizinischer Notfall, da durch die Schwellung eine akute Erstickungsgefahr entstehen kann.
3. Blutvergiftung (Sepsis)
Dringen Hib-Bakterien in die Blutbahn ein, kann sich eine Sepsis entwickeln. Dabei reagiert der gesamte Körper mit einer überschießenden Entzündungsreaktion auf die Infektion. Die Erkrankung kann sich sehr rasch verschlechtern und mehrere Organe betreffen.
Mögliche Symptome sind:
rasch ansteigendes Fieber
beschleunigte Atmung
Herzrasen
Blässe oder kalte Extremitäten
allgemeine deutliche Verschlechterung des Zustands
Eine Sepsis erfordert sofortige intensivmedizinische Behandlung, da unbehandelt Organversagen drohen kann.
4. Lungenentzündung (Pneumonie)
Bei einer Pneumonie entzündet sich das Lungengewebe. Hib kann sowohl isoliert als auch im Rahmen einer systemischen Infektion eine Lungenentzündung verursachen. Besonders bei Säuglingen äußert sich die Erkrankung nicht immer typisch.
Typisch sind:
Fieber
Husten
schnelle oder erschwerte Atmung
Trinkschwäche bei kleinen Kindern
Hinweis: Nicht jede Hib-Infektion hat einen schweren Verlauf. Neben diesen schweren Verlaufsformen können auch Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen auftreten. Auch wenn diese meist weniger dramatisch verlaufen, zeigen sie, dass Hib verschiedene Organe betreffen kann.
Hib-Schutzimpfung: In welchem Alter ist sie in Österreich empfohlen?
Die Hib-Schutzimpfung gehört in Österreich zum kostenfreien Kinder-Impfprogramm und wird früh im Säuglingsalter begonnen. Laut Impfplan Österreich startet die Grundimmunisierung mit der Kinderimpfung bereits im 3. Lebensmonat, damit Kinder möglichst früh vor schweren Erkrankungen wie Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung geschützt sind.
Ablauf der Hib-Impfung gemäß Impfprogramm
Die Hib-Impfung erfolgt in Österreich nach einem klar festgelegten Schema im Rahmen des kostenfreien Kinder-Impfprogramms. Sie ist Bestandteil der 6-fach-Impfung. Neben Hib schützt die 6-fach-Impfung auch vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio und Hepatitis B. Die Impfung wird von Kinderärzten, Hausärzten sowie an öffentlichen Impfstellen durchgeführt.
Das ist das empfohlene Impfschema für Kinder mit dem Hib-Impfstoff:
1. Impfung: im 3. Lebensmonat (so früh wie möglich)
2. Impfung: im 4. bis 5. Lebensmonat
3. Impfung: im 11. bis 12. Lebensmonat
Bei Frühgeborenen wird das Impfschema meist um eine zusätzliche Dosis ergänzt.
Ist die Hib-Impfung im Kindesalter oder als Erwachsener noch sinnvoll?
Nach dem 5. Geburtstag ist eine Hib-Impfung normalerweise nicht mehr notwendig, da das Risiko für schwere Verläufe bei älteren Kindern und gesunden Erwachsenen deutlich geringer ist. Eine Ausnahme bilden bestimmte Risikogruppen, etwa Menschen ohne Milz, mit eingeschränkter Milzfunktion oder mit einer ausgeprägten Immunschwäche. In solchen Fällen wird in der Regel eine einmalige Impfung empfohlen.
Mögliche Nebenwirkungen der Hib-Impfung
Wie bei jeder Impfung kann es auch nach der Hib-Impfung zu Reaktionen kommen. Häufige Impfreaktionen sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Dazu zählen:
Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle
leichtes bis mäßiges Fieber
Müdigkeit oder vermehrte Reizbarkeit
vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden
Diese Beschwerden treten meist innerhalb der ersten Tage nach der Impfung auf und klingen in der Regel von selbst wieder ab.
Seltene Nebenwirkungen sind möglich, aber deutlich seltener als schwere Komplikationen einer Hib-Erkrankung.
Dazu gehören:
hohes Fieber über 39 °C
Fieberkrampf bei Säuglingen (meist ohne bleibende Folgen)
allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffs
Häufige Fragen und Antworten
Was ist die Hib-Impfung?
Die Hib-Impfung ist eine Schutzimpfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b. Sie schützt Säuglinge und Kleinkinder vor schweren bakteriellen Infektionen wie Hirnhautentzündung, Kehldeckelentzündung oder Blutvergiftung und ist Teil der 6-fach-Impfung im österreichischen Impfprogramm.
Wie oft wird Hib geimpft?
Säuglinge erhalten insgesamt 3-mal den Hib-Impfstoff. Frühgeborene erhalten eine zusätzliche Dosis. Nach vollständiger Grundimmunisierung sind keine weiteren Auffrischungen notwendig.
Ist Hib Influenza B?
Hib und Influenza B sind nicht dasselbe. Hib steht für Haemophilus influenzae Typ b und ist ein Bakterium. Es hat nichts mit dem Influenzavirus zu tun.