6-fach-Impfung für Kinder
Fachärztin für Kinder- & Jugendheilkunde
6-fach-Impfung: Die 6-fach-Impfung ist eine Kombinationsimpfung, die Säuglinge frühzeitig vor sechs schweren Infektionskrankheiten schützt: Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Polio (Kinderlähmung), Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Sie ist im kostenfreien Kinder-Impfprogramm in Österreich enthalten.
- Letztes Update: 24.08.2026
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Was ist die 6-fach-Impfung für Kinder?
Die 6-fach-Impfung gehört zur Grundimmunisierung im Säuglingsalter. Dabei werden sechs Impfstoffe in einer einzigen Injektion verabreicht. Sie ist Bestandteil des österreichischen Kinder-Impfprogramms und schützt Kinder frühzeitig gegen mehrere schwere Infektionskrankheiten.
Mehrfachimpfstoff erklärt
Ein Mehrfachimpfstoff enthält mehrere Impfkomponenten in einer einzigen Injektion.
Das bedeutet: Mit einer Impfung wird gleichzeitig Schutz gegen verschiedene Erreger aufgebaut. Bei Kindern ist die 6-fach-Impfung ein typisches Beispiel für einen solchen Kombinationsimpfstoff.
Im Impfstoff sind keine lebenden, krankmachenden Erreger enthalten. Stattdessen werden abgeschwächte oder inaktivierte Bestandteile der Erreger eingesetzt. Diese sogenannten Antigene reichen aus, um das Immunsystem gezielt zu aktivieren.
Der Körper bildet daraufhin spezifische Antikörper und sogenannte Gedächtniszellen. Kommt es später zu einem Kontakt mit einem der echten Erreger, kann die Abwehr schneller und effektiver reagieren.
Warum wird die 6-fach-Impfung für Säuglinge empfohlen?
Säuglinge sind in den ersten Lebensmonaten anfällig für schwere Infektionen, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Bestimmte Erreger können sich schneller ausbreiten und schwerere Verläufe verursachen als bei älteren Kindern oder Erwachsenen.
1. Gefahr schwerer Krankheitsverläufe minimieren
Erkrankungen wie Keuchhusten, invasive Hib-Infektionen oder Poliomyelitis führen im frühen Kindesalter häufiger zu Komplikationen. Ohne Impfschutz können solche Komplikationen unter anderem Atemstillstand, Hirnhautentzündung, Lähmungen oder dauerhafte Organschäden verursachen.
2. Schutz nach dem Ende des Nestschutzes
Neugeborene erhalten über die Mutter Antikörper – den sogenannten Nestschutz. Dieser nimmt jedoch in den ersten Lebensmonaten deutlich ab. Damit keine Schutzlücke entsteht, beginnt die Grundimmunisierung früh. Durch die Impfung bildet das Kind eigene Antikörper und entwickelt eine aktive, langfristige Immunantwort.
3. Beitrag zur Herdenimmunität
Ist ein großer Teil der Bevölkerung geimpft, haben es Krankheitserreger deutlich schwerer, sich weiterzuverbreiten. Infektionsketten werden unterbrochen, bevor es zu größeren Ausbrüchen kommt. Davon profitieren auch Menschen, die selbst keinen Impfschutz erhalten können – zum Beispiel Neugeborene, chronisch Kranke oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. Eine hohe Impfquote schützt daher nicht nur den Einzelnen, sondern stabilisiert den Schutz in der gesamten Gemeinschaft.
4. Weniger Termine durch Kombinationsimpfstoff
Da die sechs Impfkomponenten in einem Kombinationsimpfstoff enthalten sind, kann der notwendige Schutz mit wenigen Impfterminen aufgebaut werden. Das reduziert die Zahl einzelner Injektionen und erleichtert die Umsetzung des Impfplans im ersten Lebensjahr.
Vor welchen Krankheiten schützt die 6-fach-Impfung für Kinder?
Die 6-fach-Impfung schützt Säuglinge und Kleinkinder vor 6 bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten, die im frühen Lebensalter schwer verlaufen können, konkret:
Diphtherie: Diphtherie ist eine bakterielle Infektion der Atemwege, bei der sich entzündliche Beläge im Rachen bilden können. Es drohen Atemnot, Herzmuskelentzündungen und andere Organschäden.
Tetanus (Wundstarrkrampf): Tetanus entsteht durch Bakterien, die über Wunden in den Körper gelangen und ein starkes Nervengift bilden. Dieses Gift führt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen, die auch die Atemmuskulatur betreffen können.
Pertussis (Keuchhusten): Keuchhusten ist eine hoch ansteckende bakterielle Erkrankung der Atemwege mit lang anhaltenden Hustenanfällen. Besonders bei Säuglingen kann es zu Atempausen und schweren Verläufen kommen.
Poliomyelitis (Kinderlähmung): Poliomyelitis wird durch ein Virus verursacht, das das Nervensystem angreifen kann. In schweren Fällen bleiben dauerhafte Lähmungen zurück.
Hepatitis B: Hepatitis B ist eine Virusinfektion der Leber, die sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann. Eine chronische Infektion erhöht das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs.
Haemophilus influenzae Typ b (Hib): Hib ist ein Bakterium, das invasive Infektionen wie Hirnhautentzündung oder Kehldeckelentzündung auslösen kann. Vor allem im Kleinkindalter können diese Erkrankungen rasch lebensbedrohlich werden.
Ablauf der 6-fach-Impfung für Kinder
Der Impfstart der 6-fach-Impfung erfolgt im Säuglingsalter. Wann die Impfung genau erfolgt, ist im Impfkalender für Säuglinge und Kleinkinder festgehalten. Für einen vollständigen Schutz sind drei Impfdosen des 6-fach-Impfstoffes notwendig – und zwar in den empfohlenen Abständen.
Das ist die empfohlene Impfserie nach Impfkalender:
1. Impfstoffdosis (6-fach): im 3. Lebensmonat
2. Impfstoffdosis (6-fach): 2 Monate nach der 1. Dosis (meist im 5. Lebensmonat)
3. Impfstoffdosis (6-fach): frühestens 6 Monate nach der zweiten Dosis (üblicherweise im 11. bis 12. Lebensmonat)
Tipp: Die 6-fach-Impfung wird häufig gemeinsam mit anderen Impfungen des ersten Lebensjahres geplant, etwa der Rotavirus-Impfung. Dadurch lassen sich Impftermine bündeln, ohne zusätzliche Belastung für das Kind.
Was sind mögliche Nebenwirkungen der 6-fach-Impfung?
Wie bei jeder Impfung kann es auch nach der 6-fach-Impfung zu Reaktionen kommen. Diese sind in der Regel mild und zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert.
Lokale Reaktionen
Häufig treten lokale Reaktionen an der Einstichstelle auf, zum Beispiel:
Rötung
leichte Schwellung
Druckempfindlichkeit oder Schmerzen
Allgemeine Reaktionen
Diese Beschwerden klingen meist nach ein bis drei Tagen von selbst wieder ab. Auch allgemeine Reaktionen sind möglich, insbesondere bei Säuglingen:
leichtes bis mäßiges Fieber
Müdigkeit oder vermehrtes Schlafbedürfnis
Reizbarkeit oder Unruhe
verminderter Appetit
Seltener kann höheres Fieber auftreten.
Wie lange hält der Schutz der 6-fach-Impfung?
Die 6-fach-Impfung sorgt im Säuglingsalter für eine Grundimmunisierung gegen Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Hib und Hepatitis B. Der Schutz hält jedoch nicht bei allen Komponenten lebenslang an. Für einige Erkrankungen sind später Auffrischungsimpfungen vorgesehen:
Diphtherie, Tetanus und Pertussis benötigen regelmäßige Auffrischungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, da die Antikörper im Laufe der Zeit abnehmen.
Poliomyelitis wird ebenfalls im Kindesalter aufgefrischt.
Auffrischungsimpfungen gegen Hepatitis B und Hib sind nach abgeschlossener Grundimmunisierung im Säuglingsalter in der Regel nicht nötig.
Häufige Fragen und Antworten
Was ist alles in der 6-fach-Impfung enthalten?
Die 6-fach-Impfung schützt vor sechs Infektionskrankheiten: Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B.
Wie oft muss die 6-fach-Impfung geimpft werden?
Im Säuglingsalter erfolgt die Grundimmunisierung in 3 Teilimpfungen – üblicherweise im 3., 5., 11. sowie 12. Lebensmonat. Später sind für einzelne Komponenten wie Diphtherie, Tetanus und Pertussis Auffrischungsimpfungen vorgesehen.
Wie reagieren Babys auf eine 6-fach-Impfung?
Viele Babys zeigen nur leichte Reaktionen. Häufig kommt es zu Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Manche Kinder sind für ein bis zwei Tage unruhiger, müder oder entwickeln leichtes Fieber. Diese Reaktionen klingen in der Regel von selbst wieder ab.
Wann treten mögliche Nebenwirkungen bei der 6-fach-Impfung auf?
Typische Impfreaktionen zeigen sich meist innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach der 6-fach-Impfung. Fieber oder Unruhe können auch am 2. oder 3. Tag auftreten. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.